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Green IT muss auch fair sein
abgelegt im Archiv CeBIT 2008 von wolfgang am 06.03.08


Das "Green IT" mehr als Kostensenkung durch Stromsparen ist, haben Vertreter von Entwicklungs- und Umweltorganisationen auf der CeBIT betont und damit auf menschenunwürdige Arbeitsbedingungen in der globalen IT-Industrie und ungelöste ökologische Probleme bei der Produktion und Entsorgung von Elektronikprodukten hingewiesen.

Die Kampagne makeITfair, die von der EU gefördert wird und von der auch das Video oben stammt, verlangt die Berücksichtigung des ganzen Lebenszyklus der Produkte von der Rohstoffgewinnung über Produktion und Nutzung bis zur Verschrottung. Wenn auf der CeBIT über "Green IT" gesprochen wird, müsse auch über die benachteiligung der Menschen in den ärmeren Ländern geredet werden. Die Organisationen rügen unter anderem krankmachende Arbeitsbedingungen in China, der "Weltmarktfabrik für Computer". Lange Arbeitszeiten, niedrige Löhne und eine fehlende gewerkschaftliche Vertretung seien dort drängende Probleme, die man nicht aus den Augen verlieren sollte.

Auch die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) warnt vor einem Etikettenschwindel mit dem Label "Green IT". Damit würde der Eindruck erweckt, dass es sich um umweltschonende Produkte handele, so die Kritik der Verbraucherschützer. Dies sei jedoch keineswegs der Fall. "Ein paar energieeffizientere Geräte machen noch keinen Sommer", unterstreicht Cornelia Tausch, Leiterin Fachbereich Wirtschaft des vzbv.

Derzeit - so der Verband - sind im Handel gerade einmal 44 Computer, Bildschirme und Tastaturen von insgesamt vier Herstellern mit dem Gütesiegel "Blauer Engel" erhältlich. Zehn Firmen haben außerdem aktuell 102 Drucker, Kopierer und Multifunktionsgeräte mit dem Öko-Zertifikat im Angebot.

Die auf der CeBIT vorgestellten "Green-IT"-Produkte stoßen bei den Verbraucherschützern dagegen eher auf Skepsis. Wer seinen Produkten dieses Etikett verpasse - so ihre Forderung - müsse auch gewährleisten, dass deren Herstellung und Entsorgung klima- und ressourcenschonend erfolgten. Und daran mangele es oft.

Damit die Verbraucher besser entscheiden können, welche Produkte sie unter Umweltgesichtspunkten auswählen sollen, schlägt der vzbv ein Kennzeichnungssystem für die Energieeffizienz von Unterhaltungselektronik und Bürokommunikation vor. Geräte, die im Ruhezustand keine Netztrennung erlauben, sollten außerdem gar nicht erst verkauft werden dürfen.

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Tags: Freen+IT  CeBIT+2008 
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