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Green IT
von wolfgang am 15.10.07
Deshalb fordert Gartner nun weltweit die Regierungen auf, mehr Druck zu machen. So sollen die CIOs und die IT-Verantwortlichen der Regierungen bei umweltfreundlicher IT eine Führungsrolle einnehmen. "IT leistet einen Beitrag zu Umweltproblemen, ist aber auch Teil vieler Lösungen", so Gartner-Analyst Andrea Di Maio. Die Regierungen müssten nun unter beiden Gesichtspunkten handeln: "Denn Green IT führt nicht nur zu neuen Investitionen, sondern verändert auch die Art und Weise, wie IT-Ausgaben verbucht und verwaltet werden."
Umweltfreundliche Informationstechnik bedeutet laut Gartner meist auch "bessere IT". Auch wenn die Anschaffungskosten zunächst höher liegen, so werde durch ein höheres Maß an Automatisierung, Virtualisierung und Zentralisierung meist der Faktor Betriebskosten abgesenkt. Di Maio sieht auch einen neuen Trend hin zu Server-based Computing sowie Thin-Client-Architekturen. Die Open Source-Bewegung könne ebenfalls von dem Strategiewandel der öffentlichen Hand profitieren. Zunächst werde sich der Bewusstseinswandel nur in den Regionen vollziehen, wo dem Thema ohnehin großer Wert beigemessen wird. "Diese regionalen Unterschiede werden sich jedoch im Lauf der Zeit immer weiter angleichen und auch höher gestellte Regierungsorganisationen werden über kurz oder lang umschwenken", ist der Analyst überzeugt.
Nach Einschätzungen der amerikanischen Umweltbehörde EPA belief sich der Energieverbrauch der IT-Branche im Jahr 2006 auf rund 61 Millionen Kilowattstunden bei Kosten von etwa 4,5 Milliarden US-Dollar. Einer Studie zufolge könnte sich der Energieverbrauch der Branche bis zum Jahr 2011 nahezu verdoppeln, wenn nichts geschieht. Standard-Server - so die EPA - weisen dabei die schlechteste Energieeffizienz auf. Für diese Rechner und allem, was dazu gehört, müssten bereits heute 1,2 Prozent der gesamten Stromversorgung aufgebracht werden.
Nun will die Behörde mit dem "Energy Star" ein Gütesiegel für sparsame Einstiegsserver entwickeln und fordert von der US-Regierung die Schaffung weiterer Anreize bei den Anwendern, damit sie energieeffiziente Technologien verwenden. Vielleicht würde das auch bei uns helfen, damit endlich etwas geschieht und es nicht nur bei Lippenbekenntnissen bleibt. Denn nach einer Umfrage, die der Storage-Anbieter Onstor Inc. kürzlich bei 440 IT-Verantwortlichen in europäischen Unternehmen zu Themen rund um den Energieverbrauch und "grüne Initiativen für Rechenzentren" durchgeführt hat, unterstützt nur knapp die Hälfte der CEOs und CIOs den Trend in Richtung "Green Computing".
48 Prozent der Befragten gaben an, dass dies in ihrem Unternehmen der Fall sei. Bei der Umsetzung sind allerdings noch lange nicht alle Unternehmen so weit. Nur 36 Prozent gaben an, dass sie bereits eine entsprechende Initiative für ihr Rechenzentrum gestartet haben. Über 58 Prozent haben noch keine konkreten Pläne oder haben das Thema noch nicht einmal diskutiert. Die ständig steigenden Kosten für Energie und Kühlung sehen fast dreiviertel der Unternehmen als wichtige Gründe, die Entwicklung hin zu umweltfreundlicheren Rechenzentren voranzutreiben.
Der wachsende Stromverbrauch ist jedoch nur eines der Probleme, mit dem die Firmen zu kämpfen haben. Schon bald - so die EPA - werden die Unternehmen ihren Energiebedarf nicht mehr decken können, weil die Leitungen nicht mehr ausreichen. Stromausfälle werden deshalb in den kommenden fünf Jahren etwa 90 Prozent der Operationen in Datenzentren beeinflussen.
"Aus Gesprächen mit unseren Kunden wissen wir, dass der Stromverbrauch von Rechenzentren angesichts des exorbitanten Datenwachstums ein zentrales Problem für CIOs und andere IT-Experten ist", erklärt Bob Miller, CEO von Onstor. "Am interessantesten an dieser Umfrage finden wir, wie wenige Firmen demgegenüber auch tatsächlich Lösungen implementieren, um diese Herausforderungen zu bewältigen. Die Diskrepanz scheint nicht an dem mangelnden Bewusstsein der Notwendigkeit zu liegen, den Energieverbrauch in den Unternehmensrechenzentren senken zu müssen, sondern an der Durchführung entsprechender Maßnahmen."
Dies ist ein Beitrag zum diesjährigen "Blog Action Day", der sich mit dem Thema Umwelt beschäftigt. Weltweit über 15.000 Blogger(innen) nehmen daran teil und äußern sich in ihren Blogs zu einem selbst gewählten Thema aus dem Bereich Umwelt.
Permalink: Green IT - Blog Action Day zum Thema Umwelt
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Wong
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