Google-Zensur in China: The answer is blowin’ in the wind
Nach dem weltweiten Aufschrei der Bloggosphäre über zensierte Suchergebnisse bei Google.cn (was wieder mal für die Agendasetting-Fähigkeit der Weblogs spricht) gibt es erste Boykottaufrufe und – so Spiegel Online – verheeerende Schlagzeilen in den etablierten Medien. Etwa"Google knebelt sich in China selbst" ("Herald Tribune"), "Google zensiert Inhalte in China" (CBC), "Google startet zensierte Suche" ("USA Today"), "Google wird zum weiteren Ziegel in Chinas großer Firewall" ("The Age"), "Google sagt Okay zu Chinas Zensur" (UPI), "Google zensiert nun in China" (Searchengine Watch) oder "Google beugt sich Chinas Druck" ("San Francisco Chronicle"). Auch die FTD bringt heute in der Printausgabe eine große Geschichte dazu.
Ob das eine Retourkutsche auf die Weigerung des Suchmaschinenbetreibers ist, Daten an die US-Justizbehörden weiterzugeben?
Wie dem auch sei, Google Blogoscoped hat die Probe aufs Exempel gemacht. Und am Beispiel von Reizworten wie "Tiananmen Massacre", "Falun Gong" oder "FreeChina" die Suchergebnisse von Google.cn und und Google.com miteinander verglichen.
Interessant z.B. die Treffer beim Wort "FreeChina": Google.com zeigt 19.400 Seiten auf der Website FreeChina.net, die Trefferzahl bei Google.cn ist dagegen Null. Stattdessen erscheint ein berühmter Songtext: "When we will be free? The answer is blowin' in the wind".