Google und Yahoo unterwerfen sich den chinesischen Zensurbehörden

Google und Yahoo unterwerfen sich den chinesischen Zensurbehörden

Bei der feierlichen Vorstellung des neuen chinesischen Namens der Suchmaschine hat Google-Chef Eric Schmidt die Selbstzensur von "Gu Ge" im Land der Mitte verteidigt. Da die Chinesen "Google" nur schwer aussprechen können, wurde ein Begriff gewählt, der sich mit "Lied der reichen Ernte" übersetzen lässt.

Google war bereits in der Vergangenheit heftig in die Kritik geraten, weil bei den Ergebnistreffern der chinesischen Variante der Suchmaschine bestimmte mißliebige Quellen nicht dabei sind. Etwa Informationen über Menschenrechtsverletzungen, das Massaker vom 4. Juni 1989 oder Kritik an Chinas Herrschaft in Tibet.

"Wir haben keine Alternative", sagte Schmidt in Peking. Wenn Google seine Expansion in China fortführen wolle, müsse sich das Unternehmen "gegenüber der Regierung verpflichten, strikt den chinesischen Gesetzen zu folgen". Mit einem Marktanteil von 32 Prozent hinkt das US-Unternehmen derzeit hoffnungslos hinter der lokalen Suchmaschine Baidu her, die auf 56 Prozent kommt.

Google ist mit seiner anpassung an die chinesischen Zensurvorschriften allerdings nicht alleine. Auch Yahoo verzichtet freiwillig auf das Recht auf freie Meinungsäußerung in seinem Portal. Gemeinsam mit dreizehn anderen großen Website-Betreibern in China hat das US-Unternehmen eine Erklärung abgegeben, nach der sie auch in Zukunft "ungesunde Inhalte" blockieren wollen. Die Unterzeichner verpflichten sich, keine "unanständigen Texte und Fotos", keine Suchmaschineneinträge für solche Inhalte und keine Links zu entsprechenden Webseiten anzubieten.


Posted on Mittwoch, April 12th, 2006 at 16:00 and is filed under Freistil. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site.

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