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Web 2.0
von wolfgang am 05.08.08

© Ian Muttoo
Insgesamt überwiegen im Moment die medizinischen Themen. Google-Produktmanager Cedric Dupont begründet das im Interview mit der aktuellen "Zeit" so: "Als wir Ende letzten Jahres ankündigten, dass wir Google Knol starten wollen, haben wir sogenannte Stage Testers zum Schreiben aufgerufen. Viele davon waren Ärzte. Daher ist das Thema Gesundheit momentan sehr stark vertreten. Es war ein Bereich, der sich sehr für Autorenschaft eignet, weil die Leser wissen wollen: Wer ist der Typ? Kann ich ihm vertrauen? Für Ärzte ist das System ebenfalls attraktiv: Sie sind viel beschäftigt und haben selten Zeit, ihre eigene Homepage zu erstellen und zu pflegen. Bei uns können sie ihr Wissen ganz schnell online veröffentlichen."
Damit wird auch gleich der Unterschied zur Wikipedia deutlich: Während dort durch eine Vielzahl von anonymen Autoren möglichst objektive Informationen generiert und zur Verfügung gestellt werden sollen, ist bei Knol das Fachwissen von einzelnen Experten gefragt und die Beiträge sollen subjektiv sein. "Verkünde Deine Meinung, der Artikel soll Deine persönliche Sichtweise zeigen", heißt es in der Anleitung "Writing Good Knols". Und im Unterschied zur Wikipedia gibt es keinerlei thematische Einschränkungen. Ein Artikel einer Tierpsychologin zum Thema "Was tun, wenn die Katze überall hin pinkelt?" hätte in der Online-Enzyklopädie keine Chance, auf Google Knol dagegen schon.
"Es kann auch vorkommen, dass ein Pharmaunternehmen selbst einen Artikel zu Gesundheitsfragen veröffentlicht. Wir arbeiten nicht redaktionell, wir wollen unsere Leser dazu erziehen, darauf zu schauen, wer Urheber eines Artikels ist. Dann werden sie sich vielleicht in Zukunft immer fragen: Wer schreibt das, was ich hier gerade lese?", sagt Cedric Dupont in dem Zeit-Interview. Eine interessante Überlegung, denn oft stößt man im Internet auf Informationen ohne die Quelle genau zu kennen. Bei Knol steht dagegen eine Person mit Bild und Biographie für den Inhalt. Sogar einen Identitätscheck per Kreditkarte oder Telefon gibt es.
Natürlich kann auf Knol jeder seine PR- und Werbe-Botschaften verkünden und hoffen, im ranking der Suchmaschine dadurch besser abzuschneiden. Denn es ist ein offenes Geheimnis, dass Google Beiträge auf Knol bevorzugen wird. Bei dem Suchmaschinenbetreiber zeigt man sich allerdings davon überzeugt, dass sich Qualität durchsetzen wird. Deshalb gibt es ein Bewertungssystem durch die Nutzer, Kommentarmöglichkeiten, Reviews der Texte und die Möglichkeit zur Korrektur von Artikeln durch die Leser - ähnlich wie bei der Wikipedia. Es existieren dabei drei Möglichkeiten: Entweder lässt man gar keine Überarbeitung durch Dritte zu. Oder man öffnet seinen Artikel komplett für jedermann. Und dann gibt es noch die sogenannte moderierte Zusammenarbeit. Dabei sind Änderungen erst sichtbar, nachdem der Autor dies zugelassen hat.
Ein Kapitel für sich ist das Finden der "Knols". Die eingebaute Suchmaschine zeigt nur für eingeloggte Nutzer sämtliche Artikel an. Alle anderen bekommen lediglich die Beiträge zu sehen, die einen "Test" bestanden haben. Dazu gehört neben der Einhaltung formaler Kriterien wie Lesefreundlichkeit (z.B. Zwischenüberschriften, Bilder, Quellenangaben) wohl auch der Check, ob die Inhalte schon einmal in gleicher Form im Web vorhanden sind. "Wirklich sichtbar werden Autoren bei uns, wenn sie Themen behandeln, über die bisher noch nichts geschrieben wurde", sagt Cedric Dupont. Außerdem: "Wir messen, wie häufig ein Artikel abgerufen, kommentiert, weiter gemailt und bewertet wird". Wer dabei besonders gut abschneidet, landet auf der Einstiegsseite von "Google Knol".
Für deutschsprachige Artikel dürfte dies aber gegenwärtig ziemlich unwahrscheinlich sein. Doch demnächst wird es sicher auch eine deutschsprachige Startseite der Wissensplattform geben. "Wir wollen auf jeden Fall ein internationales Angebot schaffen, in so vielen Sprachen wie möglich. Wann die deutsche Version online gehen wird, kann ich noch nicht genau sagen. Ich hoffe, schneller als Sie vermuten," verrät der Produktmanager im Interview.
Unterdessen ist in der letzten Woche bereits eine deutschsprachige Infrastruktur um das neue Google-Projekt entstanden: Von einer Liste deutschsprachiger "Knols" und Autoren als zentralem Knotenpunkt der deutschsprachigen Community, über eine Google Group, einen FriendFeed-Raum und ein Mixxt-Forum bis zum Twitter-Benachrichtigungsdienst für neue "Knols". Und auch auf Wikipedia wird die Konkurrenz des Suchmaschinengiganten bereits diskutiert. Oder handelt es sich tatsächlich eher um eine Ergänzung - mit einem deutlich anderen Ansatz? Bisher konnte die Wikipedia davon profitieren, dass ihre Einträge oft auf den ersten Plätzen der Trefferliste von Google rangierten. Das wird in Zukunft wohl nicht mehr so automatisch geschehen.
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Wong
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Kommentar von:
Hans Kolpak
(07.08.08 1:10 Uhr)
Kommentar von:
PR-Kloster
Genau vor einer Woche haben wir auf der neuen Wissensplattform “Google Knowledge” unsere erste “Wissenseinheit” (”Knol”) zum Thema Online-PR veröffentlicht. Heute können wir feststellen, dass der Artikel auf Platz ...
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Hans Kolpak
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