Goldgräberstimmung bei eu-Domainvergabe

Goldgräberstimmung bei eu-Domainvergabe

Ab heute um 11 Uhr kann jedermann und jedes Unternehmen mit Sitz in einem Mitgliedsstaat der europäischen Union .eu-Domains ohne Einschränkungen registrieren. Mit diesem so genannten "Landrush" endet die "Sunrise-Phase", in der seit Dezember letzten Jahres Inhaber von früheren Rechten – etwa eingetragene Marken, Produktbezeichnungen oder auch Familiennamen – sich vorab eine Europa-Domain sichern konnten.

In der Sunrise-Phase war eine Registrierung jedoch an zahlreiche Nachweise geknüpft, die schriftlich bei der offiziellen Registrierungsstelle EURid eingereicht wurden. Ab heute können .eu-Adressen genauso einfach bestellt werden, wie die meisten anderen Top-Level-Domains. Dementsprechend herrscht Goldgräberstimmung bei den Domain-Registraren.

"Vom Run auf die .eu-Domains sind wir überrascht worden und rechnen jetzt mit mehr als einer Million Registrierungswünschen", gesteht Kirsten Haynberg, Vorstand bei Schlund + Partner. Insgesamt sind über 1.000 Firmen von EURid als Registrar akkreditiert. Beim letzten großen Start einer neuen Top-Level-Domain vor fünf Jahren, dem Launch von .info, waren gerade einmal 70 Registrare dabei, und 350.000 Domains wurden registriert.

"Offenbar haben viele Firmen, die grenzüberschreitend tätig sind, die Vorteile der neuen Adresse erkannt. Mit einer Europa-Domain kann ein Unternehmen international Flagge zeigen", meint Kirsten Haynberg. Ein weiterer Grund für den Erfolg von .eu könnten die andauernden Querelen um die künftige Verwaltung der Internet-Endung .com sein. Die Europäische Kommission hatte die .eu-Domain bereits vor über sieben Jahren als Gegenstück zur stark US-dominierten Top-Level-Domain .com konzipiert.

Zahlreiche Registrare hatten sich gegen einen neuen Vertrag der Internet-Aufsicht ICANN mit dem US-Unternehmen Verisign über die Verwaltung der .com-Domains ausgesprochen. Die europäische Registrierungsstelle EURid dagegen wurde von der europäischen Kommission ausgewählt und unterliegt einer strengen Aufsicht.

Auch die 1&1 Internet AG, größter Webhoster in Europa, erwartet einen Ansturm auf die neuen Domains und hat derzeit fast 400.000 Vorbestellungen für .eu-Adressen vorliegen. Das mit abstand höchste Interesse an der neuen Internetendung verzeichnet 1&1 erwartungsgemäß in Deutschland. Aber auch aus Frankreich, Großbritannien und Ã-sterreich liegen zahlreiche Vorbestellungen vor. So meldet der Provider in Großbritannien mit über 25.000 Vorbestellungen ein um den Faktor 100 höheres Interesse als bei .info.

"Wir rechnen damit, dass die Nachfrage nach dem Start am Freitag noch ansteigen wird", sagt Andreas Gauger, Vorstandssprecher der 1&1 Internet AG. Der Dienstleister bietet ab heute die eu-Domains optional zu allen Webhosting-Paketen und dedizierten Servern zum monatlichen Preis von 1,49 Euro/Monat an.



Posted on Freitag, April 7th, 2006 at 10:19 and is filed under Freistil. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site.

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