GEZ: Keine Abmahnung gegen Bild – aber Krisen-PR

Nachdem nicht nur bild.de, sondern auch das gedruckte Springer-Blatt sich mit den "GEZ-Schnüfflern" angelegt hat, sah sich der Südwestrundfunk (als Vertreter der Gebühreneinzugszentrale) heute zu einer Krisen-PR-Aktion veranlasst.
Diesmal drohte man allerdings nicht mit dem Abmahnhammer, sondern verschickte "nur" eine Pressemitteilung zur Richtigstellung. Darin heißt es u.a.
In ihrer Ausgabe vom 17.09.2007 bezeichnet die BILD-Zeitung (Stuttgart) Mitarbeiter der GEZ als "Datenschnüffler". Das Blatt zitiert aus einem vermeintlichen "Geheimdokument" des Südwestrundfunks. Der SWR, der innerhalb der ARD das Marketing zum Thema Rundfunkgebühren federführend betreibt, stellt dazu fest: Das Vorgehen der GEZ ist weder illegal noch verwerflich, sondern legitim und gerecht: Die Adressübermittlung der Einwohnermeldeämter an die Rundfunkanstalten entspricht geltendem Gesetz. Sie dient dazu, mehr Gebührengerechtigkeit zu schaffen: Je weniger "Schwarzseher" die Rundfunkgebühr prellen, umso weniger müssen die ehrlichen Gebührenzahler zur Kasse gebeten werden.
In dem von Bild zitierten Papier "brainstorming Großstadtoffensive" beschreibt die GEZ ihre Pläne: "In der zweiten Phase werden die Gebührenkontrollen in den Zielgebieten verstärkt …". Diese Zielgebiete sind "Deutschlands Großstädte" und dort insbesondere "abenteuerlustige Singles", "unverheiratete Paare mit Kindern" und "Studenten". Die sollen verstärkt beobachtet werden. Studenten wollen die GEZ-Fahnder dabei mit einem besonderen Trick locken: Sie dürften sich zwar von den Gebühren befreien lassen, müssten sich dafür aber gleichzeitig bei der GEZ anmelden. Einmal angemeldet, seien sie später in der Beweispflicht und müssten nachweisen, ob sie noch studieren.
Immerhin sind die Verantwortlichen bei der GEZ so schlau, dass sie nun nicht mehr mit juristischen Schritten drohen. An dem Skandal selbst ändert sich freilich nichts.