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Gartner: Web 2.0 im Unternehmen

abgelegt im Archiv Web 2.0 am 06.12.06

Gartner: Web 2.0 im Unternehmen
Bis zum Jahr 2008 wird die Mehrzahl der Großunternehmen den einen oder anderen Technologieaspekt von Web 2.0 eingesetzt haben - das meint zumindest das Beratungsunternehmen Gartner. Trotzdem dürfte nach Meinung der Marktforscher das Misstrauen bei vielen Firmen überwiegen. Der Grund dafür liegt laut Gartner in der noch jungen Erfahrung mit dem Internet-Bubble ab dem Jahr 2000.

"Gebranntes Kind scheut das Feuer", sagt Gartner-Analyst Charles abrams, "die Unternehmen fürchten, unprofitable Fehlinvestitionen der ersten Internetrevolution nochmals zu begehen." Ein weiteres Problem sei, dass viele Firmen in Web 2.0 ausschließlich ein technisches Phänomen sehen. Dies sei falsch, denn anders als bei Web 1.0 hänge der erfolgreiche Einsatz der nächsten Web-Generation weniger von Technikinvestitionen ab, sondern viel mehr von neuen Geschäftsmodellen. Wer die sozialen und partizipatorischen Community-Diemensionen von Web 2.0 nicht wahrnehme, werde - so die Warnung - nur geringe Geschäftserfolge haben.

Abrams weist nachdrücklich darauf hin, dass es sich bei Web 2.0 ganz anders verhalte als bei der ersten Web-Welle. Heute komme es nicht mehr darauf an, riskante Manöver mit unerprobter neuer Technik auszuführen, womöglich ohne finanziellen Rückhalt. Sondern es gehe vor allem darum, die Vorteile neuer Geschäftsmodelle zu nutzen und von der Business-Seite an die neuen Form, Geschäfte zu machen, heranzugehen. Sicherlich seien hierfür auch Software und Plattformen vonnöten, um das "Social Web" effizient einzusetzen. Doch dann könnten spürbare Erfolge auch kurzfristig erzielt werden.

Etwa im Bereich der Beschaffungs- und Vertriebsstrategien. Auch die klassischen Kernanwendungen an Akzeptanz gewinnen, wenn sie nicht mehr nur statisch im Browser ablaufen, sondern mit Hilfe von Rich-Client-Techniken dynamisch zu bedienen sind. Außerdem könnten die Unternehmen aus erfolgreichen Community- und Social-Networking-Projekten lernen, wie sich die Zusammenarbeit von Wissensträgern verbessern lässt. Zum Beispiel durch semantische Tagging-Verfahren, die eine Navigation in der Informationsflut erleichtern.

Eine andere nicht zu unterschätzende Bedeutung der Communities liegt laut Gartner im schnelleren Produkt-Feedback, was sowohl zu kürzeren Entwicklungszyklen als auch zu einem gezielteren Marketing beitrage. Weblogs, RSS-Feeds und Podcasts sind nach Meinung der Marktforscher inzwischen Enterprise-tauglich.

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