Gartner sieht in Studie Trend zu Open Source
Nach der Experton-Group erwarten nun auch die Analysten von Gartner in einer Studie den Durchbruch von Open-Source-Software. "Immer stärker wird quelloffene und damit oft kostenfreie Software in den kommenden Jahren mit den Programmen traditioneller Softwareunternehmen konkurrieren", prognostizieren sie.
Der Anteil traditioneller Programme am Gesamtmarkt für Software soll danach deutlich sinken – von 95 Prozent in 2004 auf 80 Prozent in 2009. Der Trend setzt nach Meinung des Beratungsunternehmens die etablierten Softwareanbieter unter Druck, die ihre Programme allein entwickeln und den Programmcode sorgfältig vor Konkurrenten und Kunden schützen.
Um sich gegen die neuen Rivalen zu wehren, müssen sie schneller neue und bessere Programme auf den Markt bringen. Denn die Konkurrenz aus dem Bereich der quelloffenen Programme hat durch die verteilte Erstellung und Verbreitung der Programme Kostenvorteile. "Diese Entwicklung ist der größte Störfaktor für den Softwaremarkt seit der Jahr-2000-Umstellung und dem Aufkommen des Internets, doch die Auswirkungen sind weniger gravierend", glaubt Gartner.
Nach Ansicht der Analysten sind nicht alle Segmente gleich betroffen. Bei Betriebssystemen und Entwicklungsumgebungen sind quelloffene Alternativen schon sehr reif, bei Geschäftsanwendungen hingegen noch am Anfang. Die Bedeutung beider Segmente soll wachsen. Bis 2010 – so die Erwartung von Gartner – werden Großunternehmen 80 Prozent der Investitionen für Infrastruktur-Projekte und 25 Prozent der ausgaben für Geschäftsanwendungen in quelloffene Software fließen lassen.