Gartner: Der Elan der Blogger lässt 2007 nach

Während die Marktforscher von Gartner in einem eigenen Prognose-Blog vorhersagen, dass "der Enthusiasmus der Blogger in den nächsten sechs Monaten seinen Höhepunkt erreichen und danach wieder abflachen wird", sind andere Berater deutlich optimistischer.
So hat die Strategie- und Technologieberatung Booz Allen Hamilton heute eine Studie vorgestellt, laut der mittlerweile "circa 12,4 Millionen Deutsche aller Altersgruppen und unabhängig von Geschlecht oder Ausbildung interaktive und partizipative Anwendungen wie Communities, Blogs und virtuelle Kontaktbörsen" nutzen.
Die Hälfte von ihnen – so die Consultants – verlassen sich bereits heute bei Kaufentscheidungen auf Empfehlungen in Web 2.0-Foren. "Damit sind diese neuen Angebote bei weiten Teilen der Bevölkerung bereits integraler Bestandteil des Alltags und bieten neue Chancen wie Herausforderungen für Unternehmen aller Branchen", meint Stefan Eikelmann, Geschäftsführer bei Booz Allen Hamilton (Foto).
In die gleiche Kerbe haut Dr. Frank Schönefeld, COO von T-Systems Multimedia Solutions: "Wann das Web die Versionsnummer 2.0 bekommen hat, ist kaum relevant. Tatsache aber ist, dass sich das Netz von heute extrem gewandelt hat und Unternehmen darauf adäquat reagieren müssen." In seinem Beitrag für das e-Commerce-Magazin geht Schönefeld vor allem auf die Folgen für das Marketing und die Kommunikation ein.
Seine These: Die Unternehmenskommunikation wird informeller. "Es sind nicht mehr nur Journalisten, die als Meinungsträger eine große Zielgruppe erreichen, sondern ebenso auch die Betreiber und aktiven Teilnehmer von Foren, Blogs und Communities", schreibt Schönefeld. Wer sich ein neues Handy kaufen möchte, frage im Zweifelsfall erst einmal in einem Forum nach den Erfahrungen und Ansichten von Nutzern, statt sich auf Testberichte in Magazinen und Zeitungen zu verlassen.
Das habe zur Konsequenz, dass die Grenzen zwischen externer und interner Kommunikation verwischen. Wer die Debatte nicht Anderen überlassen möchte, müsse sich einmischen und Farbe bekennen. Das habe zur Folge, dass auch schon einmal gezielt "Interna" offengelegt werden müssen. "Ein Unternehmen, das erläutert, woran die Entwickler gerade arbeiten und welche unvorhergesehenen Schwierigkeiten dabei auftauchen, wird sich einen loyaleren Käuferkreis aufbauen als eine Firma, die einfach nur verschobene Releases kommuniziert", ist der T-Systems-Manager überzeugt.