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G8-Gipfel: Besser im Second Life oder per Webmeeting?
abgelegt im Archiv Web 2.0 von wolfgang am 07.06.07
G8-Gipfel: Besser im Second Life oder per Webmeeting?
Während Don alphonso behauptet "G8 ist der neue Knut", macht das Beratungsunternehmen Berlecon Research den (ernstgemeinten) Vorschlag, das Live-Spektakel der Regierungschefs durch Webmeetings oder gar ein Treffen im Second Live zu ersetzen.

Consultant Philipp Bohn verweist dazu im Firmenblog auf die kürzlich von Cisco gekaufte Firma WebEx, die Software für Webkonferenzen anbietet. Auf ihrer Website hat sie einen "CO2-Rechner" installiert. Dort gibt der interessierte CFO oder CIO ein, wie viele Mitarbeiter wie oft pro Jahr auf welcher Strecke mit Auto oder Flugzeug unterwegs sind. Heraus kommt, in welcher Höhe Kosten und Schadstoffausstoß eingespart werden könnten, wenn statt der Reise eine Webkonferenz stattfinden würde.

"Würden allein die acht Regierungschefs beispielsweise anstatt eines Treffens in Heiligendamm eine Webkonferenz abhalten, ließen sich durch die damit überflüssigen Flugreisen etwa 8,9 Tonnen CO2-Ausstoß sparen. Würde man die Sherpas und Globalisierungskritiker ebenfalls einbeziehen, käme man vermutlich auf den jährlichen CO2-Ausstoß einer deutschen Kleinstadt", schreibt Bohn.

Eine weitere, derzeit viel diskutierte Möglichkeit des virtuellen Treffens - so der Consultant - sei Second Life: "Unternehmen wie IBM oder Microsoft richten dort Präsenzen ein, um in der 3D-Welt etwa Fortbildungen für ihre Mitarbeiter durchzuführen". Dass dadurch aber ein signifikanter Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden könnte, will selbst Philipp Bohn nicht glauben.

Denn auch er kennt die Rechnung, die der Blogger Nicolas Carr vor einiger Zeit aufgemacht hat. Ausgehend von den 4.000 Servern, die der Second Life-Anbieter Linden Labs zu diesem Zeitpunkt zur Bereitstellung des Services betrieben hat, lässt sich danach errechnen, dass ein einziger Avatar pro Jahr mehr als 1700 kWh verbraucht. Dies entspricht dem durchschnittlichen Elektrizitätsverbrauch pro Einwohner in Brasilien.

Suns "Vice President of Eco-Responsibility", David Douglas, geht sogar noch einen Schritt weiter. Er weist in seinem Kommentar zum Blog-Posting darauf hin, dass der Verbrauch eines Avatars einem Ausstoß von 1,17 Tonnen CO2 entspricht - soviel Schadstoff fällt auch bei einer 3.700 km-Fahrt mit einem spritintensiven Geländewagen an.

"Die acht Avatare von Merkel, Bush, Sarkozy und Co. hätten demnach einen jährlichen Ausstoß von über 9 Tonnen CO2 - etwas mehr sogar, als bei ihrer Reise nach Heiligendamm per Flugzeug anfällt", hat Bohn nachgerechnet und kommt zu der Schlußfolgerung, dass bei allen Bemühungen um einen Beitrag zum Umweltschutz durch die Nutzung innovativer Informationstechnologien die für ihren Betrieb notwendige Ressourcenschluckende Infrastruktur nicht außer Acht gelassen werden dürfe: "Diese Hardware verbraucht ebenfalls Elektrizität und muss darüber hinaus stets energieintensiv gekühlt werden".



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