Fundsachen vom ersten CeBIT-Tag: Die "Origamis" sind da

Beim Gang durch die CeBIT-Hallen habe ich einige interessante Sachen entdeckt. Hier eine (rein subjektive) erste Auswahl:
Die ersten "Origamis" gesichtet
Der Hype um den UMPC (Ultra Mobile PC) hält an. Während noch über einen Besuch von Microsoft-Boss Bill Gates auf der CeBIT spekuliert wird, sind die ersten Origami-Modelle auf der Messe zu besichtigen.
Der taiwanesische Hersteller Asus zeigt in Halle 2 (Stand A12) sein Modell R2H. Es wiegt 960 Gramm und ist 234,2 x 133.0 x 28.0 mm groß – mit Fingerabdrucksensor, Microsoft-Betriebssystem und integrierter Webcam. Der koreanische Produzent Samsung stellt in Halle 1 (Stand B41) mehrere Prototypen seines "Q1" vor. Das Teil wiegt 779 Gramm, wird von einem Intel Celeron M ULV (Ultra Low Voltage) angetrieben und verfügt über 512 MByte Speicher und eine 40-GByte-Festplatte.
Zur Ausstattung gehört ein WLAN-Anschluß nach dem Standard 802.11b/g, Bluetooth 2.0 und ein GPS-Modul. Außerdem hat das Leichtgewicht einen DMB-Empfänger für mobiles TV. Während Samsung und Asus ihre ersten UMPCs im April in den Handel bringen wollen, startet die chinesische Founder-Gruppe damit im Juni.
Faxe fix übers Internet
VoIP, das Telefonieren übers Internet, findet immer mehr Fans. Doch während Telefonieren per VoIP in die nationalen und internationalen Fest- und Mobilfunknetze immer besser funktioniert, ist der Internet-Faxversand bisher nicht ganz einfach. Auf der CeBIT 2006 zeigt die Düsseldorfer Firma Sipgate ihr neues "Web-Fax", einen vollwertigen Fax-Dienst über VoIP.
Damit besteht die Möglichkeit, Faxe zu versenden und zu empfangen – ohne ein Fax-Gerät zu besitzen. Die Kunden bekommen eine eigene Fax-Nummer, die Dokumente werden über den account im PDF-Format versendet und empfangen – erst beim "bergang ins Festnetz werden sie entsprechend umgewandelt. So kann sich die eine Seite für VoIP entscheiden, die andere für ein herkömmliches Faxgerät.
Kühlschrank und Umkleidekabine mit RFID-"berwachung
Man glaubt es kaum, aber der CeBIT-Neuling Metro hat tatsächlich einen "intelligenten Kühlschrank" auf die Messe geschleppt. Und ich dachte, dass dieses Thema schon seit ein paar Jahren längst durch ist. Doch der Düsseldorfer Einzelhandelskonzern will damit den Besuchern RFID schmackhaft. Das Gerät weiß durch das automatische Auslesen der RFID-Chips, wann ein bestimmtes Produkt wie z.B. Milch zur Neige geht und erstellt automatisch eine elektronische Einkaufsliste.
Aber auch eine "intelligente Mikrowelle" ist hier in Halle 6 (Stand E50) zu sehen. Sie muss nicht mehr je nach Aufgabenstellung programmiert werden, sondern der RFID-Chip auf der Tiefkühlpackung Spinat signalisiert von selbst: Acht Minuten bei 750 Watt garen – fertig. Bleibt noch die "intelligente Umkleidekabine". Nach Meinung der Metro-Strategen ist sie "ein sicher sehr gern gesehener Helfer". Wenn die Farbe des anprobierten blauen Kleids nicht gefällt, informiert der RFID im Kleidungsstück über das in der Kabine installierte Display: Das Kleid ist auch noch in Rot und Grün und auch in weiteren Größen vorrätig.
Ein Roboter als Barkeeper
Alle, die im Messetrubel eine Cocktail-Pause brauchen, sind am Stand der Universität des Saarlandes (Halle 9, Stand B43) gut aufgehoben. Der Grund: Die Forscher haben zur CeBIT einen sprechenden Roboter mitgebracht, der Cocktails mixt und gleichzeitig Witze erzählt.
Entwickelt wurde er, um zu zeigen, wie moderne Sprachtechnologie mit Robotik kombiniert werden kann. Das Ergebnis ist erstaunlich: Der ungewöhnliche Barkeeper ist nicht nur in der Lage, mündliche Bestellungen zu verstehen und den passenden Cocktail zu mixen. Er kann sogar auf die Wünsche seiner Kunden eingehen und zum Beispiel einen Drink mit Kirschsaft und nur wenig Zucker anrühren.
Um die Wartezeit während des Mixens zu verkürzen, erzählt der Roboter seinem Gast Witze. Als speziellen Clou nennt er beim Servieren auch noch den Alkoholgehalt des bestellten Getränks.