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Freistil
von wolfgang am 10.01.07

Bei Google Deutschland sieht es ähnlich aus. Hier führte nach Angaben des Unternehmens 2006 der Begriff "Routenplaner" die Top-15-Liste der Suchabfragen an. Am zweithäufigsten suchten die Google-Nutzer nach "WM 2006", gefolgt von "Wetter" und "Paris Hilton" (Rang 5). Nadine Schmidt-Mänz, Wissenschaftlerin am Institut für Entscheidungstheorie und Unternehmensforschung der Universität Karlsruhe, glaubt allerdings nicht an die Richtigkeit dieser offiziellen Ranglisten. Sie hat zum Suchverhalten im Web promoviert und anhand der Suchmaschinen Fireball, Lycos, MetaGer und Metaspinner ganz andere Suchvorlieben als diejenigen in der Google- und Yahoo-Statistik festgestellt.
Ein Dauerbrenner-Thema, nach dem durchgehend häufig gesucht wird, ist laut Nadine Schmidt-Mänz vor allem "Erotik". Dem Themenfeld ließen sich auch die Suchwörter "Sex", "Porno" und "Girls" zuordnen. Aber auch "Multimedia" sowie Füllwörter wie "in" oder falsch benutzte Operatoren hat die Wissenschaftlerin als Dauerbrenner identifiziert. Gegenüber der Nachrichtenagentur dpa äußerte sie deshalb die Vermutung, dass die offiziellen Statistiken der großen Suchmaschinen-Betreiber von Erotik-Themen gesäubert werden. Stefan Keuchel von Google Deutschland räumt dieses Vorgehen auf Nachfrage ein. Zwar handele es sich bei den veröffentlichten Begriffen durchaus um Top-Abfragen. Diese seien jedoch um Ergebnisse aus dem Bereich "Sex" bereinigt. "Etwa ein bis zwei Suchbegriffe aus diesem Themenfeld sind unter den Top Ten zu finden", sagt Keuchel.
Laut Nadine Schmidt-Mänz lassen sich die Statistiken von Suchmaschinen auch auf andere Weise leicht manipulieren. So versuchen Unternehmen, ihre Website Seite im Ranking nach vorne zu schieben - mit Hilfe von Programmen, die automatisch immer wiederkehrende Suchanfragen nach Begriffen stellen, die auf der Unternehmensseite auftauchen. Auf einen solchen Manipulationsversuch deute etwa der Suchbegriff "Plexiglasgehäuse" an neunter Stelle der aktuellen Lycos-Statistik hin.
Über diese Hintergründe Bescheid zu wissen, kann für Nutzer von Suchmaschinen hilfreich sein. Die registrierten Füllwörter und falsch benutzten Operatoren unter den Dauerbrennern lassen laut Nadine Schmidt-Mänz darauf schließen, dass viele Surfer nicht mit der Funktionsweise der Programme vertraut sind: "Der Internetmensch ist nicht geschult, wie Suchmaschinen arbeiten" Um die Suchwerkzeuge effizient einsetzen zu können, müssten sich Nutzer intensiv mit ihnen beschäftigen.
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Wong
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