erento: Miete einen Demonstranten

Tilo Bonow, Ex-Pressesprecher des umstrittenen Klingelton-Anbieters Jamba und der noch umstritterenen Studenten-Plattform StudiVZ, hat wieder zugeschlagen. Diesmal im Namen des Verleihportals erento.
Das hat eine lukrative Marktlücke entdeckt und verleiht nach dem eBay-Prinzip Demonstranten. Laut dem aktuellen Online-Magazin Focus-Campus (Vorsicht Flash!), das sich auf Bonow beruft, haben sich auf den Seiten seit Weihnachten bereits über 260 potenzielle Leih-Protestler eingeschrieben (einige Beispiele hier).
"Wofür die jetzt gebucht werden, ist uns egal", wird Tilo Bonow zitiert. Die Honorare für diesen Job würden aber "auf Grund steigender Nachfrage zügig in die Höhe klettern". Seine Agentur sorge dabei für marktgerechte Preise. Auslöser des Angebotes sei eine Aktion der deutschen Ärzteschaft gewesen, die für eine Protest-Aktion gegen die Gesundheitsreform in Berlin Studenten für eine 30-Euro-Tagespauschale angemietet haben soll – was die Medizinerverbände allerdings bestreiten.
Das erento-Geschäftsmodell ließe sich gut als MashUp verschiedener Bonow-Projekte ausbauen: Die Daten von arbeitswilligen StudentInnen, die ihr Bafög aufbessern wollen, könnte man aus der StudiVZ-Datenbank ziehen. Und die Alarmierung zu spontanen Demo-Einsätzen erfolgt mit einem speziellen Jamba-Klingelton. Wäre das nicht eine schöne Aufgabe für einen Web 2.0-Entwickler?
Nachtrag: Manchmal werden die blühendsten Phantasien schneller Wirklichkeit, als man denkt. Laut golem.de steigt der StudiVZ-Eigner Holtzbrinck nun auch bei erento ein.
Gibt das auch für Ältere, nicht nur für Studenten.
Ist doch schön, man ist in der frischen Luft und hat Gesellschaft, kann die Rente aufbessern, klingt wirklich gut.
Nur darf es natürlich zu keinen Ausschreitungen kommen, aber da muss man eben so schnell sein, wie es die alten Beine noch zulassen