E-Learning 2.0: Neue Trends in der IT-gestützten Weiterbildung

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Das war zu erwarten: Die Diskussion über das Web 2.0 musste ja irgendwann auch die E-Learning-Szene erreichen. Der T-Systems-Newsletter "Global Learning" stellt jetzt einen noch viel ausführlicheren Beitrag von Stephen Downes (National Research Council of Canada) im eLearn-Magazine zu diesem Thema vor.

Seine Kernthesen:

1. Durch die zunehmende Verflechtung von elektronischem Lernen und Internet entwickelt sich E-Learning in eine ganz neue Richtung, die man "E-Learning 2.0" nennen kann.

2. Für Kunden ist es innerhalb von vernetzten Märkten häufig einfacher und effizienter, Informationen und Support von anderen Kunden zu bekommen, als von Anbietern.

3. Waren früher eher statische Internetseiten im Netz, so sieht man zunehmend interaktive Webangebote. Bei dieser neuen Art der Informationsvermittlung werden Daten aufgebrochen und als "Microcontent" teilweise über verschiedenste Domains und User weiter veröffentlicht und verarbeitet.

4. Das heißt, der Nutzer hat die Möglichkeit, aktiv an der Gestaltung des Internets mitzuwirken. Beispiele für neue Anwendungen, die diese Interaktivität fördern, sind Podcasts, Wikis, Weblogs und viele weitere, die sich in den letzten Jahren immer größerer Beliebtheit bei den Usern erfreuen. Dabei wird der Aspekt des Internets als soziales Netzwerk immer wichtiger.

5. Diese Entwicklung macht auch nicht vor E-Learning und dessen Anbietern halt, auch wenn die E-Learning-Branche diesen Perspektivenwechsel eher langsamer vollzieht. Hierbei werden Schlagworte wie "Student-centered Learning" oder auch "Learner-centered"-Design immer bedeutungsvoller.

6. Hinter diesen Ideen steckt mehr als nur die Individualisierung der Schriftgrößen oder des Hintergrundes eines Online-Kurses. Es geht vielmehr darum, die Kontrolle des Lernens nahezu komplett in die Hände das Nutzers zu legen. Mit diesen neuen Konzepten wird nicht nur eine größere Autonomie der Lernenden erreicht, sondern auch das aktive Lernen (mit kreativer Beteiligung und Kommunikation) betont und gefördert.

7. Der Einsatz von Wikis, Chats und Blogs beim E-Learning hat dazu geführt, dass Lernende nicht mehr nur über inszenierte und vorgefertigte Themen des Dozenten diskutieren. Vielmehr wird eine große Bandbreite von verwandten Themen mit Bekannten in der ganzen Welt diskutiert und bearbeitet. Diese Formen des Lernens sind wesentlich weniger formal als traditionelle Lernangebote.

8. Die Veränderungen hin zu einer Personalisierung des Contents, die sich in den letzten Jahren im Internet abzeichnen, machen auch vor dem elektronisch gestützten Lernen nicht halt. Für E-Learning-Firmen heißt das, eine Neuausrichtung der Lernorganisation – mit dem Fokus auf die Lernenden.

Alles in allem eine interessante Auseinandersetzung mit neuen Trends im Web und im E-Learning-Umfeld – fernab von jedem Marketing-Geblubber.


Posted on Donnerstag, Dezember 22nd, 2005 at 17:58 and is filed under IT-Ausbildung. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site.

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