ecocho: Klimaneutrale Suchmaschine?

Ich bin ja wirklich ein Verfechter von "green it". Aber der für heute angekündigte Start von ecocho, der "ersten grünen Suchmaschine der Welt", erscheint mir doch etwas befremdlich. Denn gesucht wird mit Hilfe von Google und Yahoo und deshalb gibt es auch die gleichen Ergebnisse. Der (Marketing)Gag ist dabei der, dass die mit der Suchmaschine erwirtschafteten Werbeeinnahmen von den Betreibern zum Teil in den Kauf von Emissionszertifikaten der offiziellen australischen CO2-Ausgleichsbehörde "Greenhouse Gas Abatement Scheme" (GGAS) investiert werden. Diese pflanzt dann Bäume, die zur Reduktion der Treibhausgase beitragen.
"Unsere Websuche ist die einfachste Möglichkeit für jeden Menschen, mit einer kleinen Änderung im Alltag einen positiven Einfluss auf das Klima zu nehmen", macht ecocho-Gründer Tim Macdonald das Ganze schmackhaft. Schon 1.000 Suchanfragen würden ausreichen, um die Pflanzung von zwei neuen Bäumen zu finanzieren. Umgerechnet entspricht das laut Angaben von ecocho einer Reduzierung der CO2-Belastung in der Atmosphäre um eine Tonne.
"Klimaschutz ist ein brandaktuelles Problem, das die ganze Welt betrifft", führt Macdonald als Begründung dafür an, ecocho in so vielen Regionen der Welt in lokalisierten Sprachvarianten zur Verfügung zu stellen. "In diesen Tagen starten wir mit lokalen Seiten in 14 Ländern", sagt der clevere Umweltgeschäftemacher und teilt mit, dass "die Benutzung von ecocho kostenlos ist". Das Unternehmen finanziere sein Umweltengagement ausschließlich aus Werbeeinnahmen. "Wir wollen in Zukunft etwa 70 Prozent davon in CO2-reduzierende Maßnahmen investieren", verspricht Macdonald.
Auch kleine Schritte zum Schutz der Umwelt sind besser als nichts. Aber diese Aktion riecht mir doch sehr danach, dass jemand mit dem schlechten Gewissen der Verbraucher Geld für die eigene Tasche verdienen will.
Wie viele Firmen sich mit “Green IT” oder Klimaschutz profilieren wollen, scheint mir häufig auch mehr Marketing als ernsthaftes Engagement zu sein. Und trotzdem wird dann über solche Unternehmen gebloggt – und schon Ziel erreicht.
Ich sehe das Problem schon. Aber was wäre die Alternative: Nichts darüber schreiben? Das mache ich ja sowieso schon bei der Mehrzahl der Themen, die mir täglich auf den Tisch kommen. Also deshalb diesmal eine kritische Kommentierung.