Diskeeper: Festplattenkrebs oder Hitzeschaden?

Dass diese Hitze einem aufs Gemüt schlägt, kann man verstehen. Aber bei der Diskeeper Cooperation sind die Probleme wohl eher grundsätzlicher Natur. Da wundert sich golem.de heute über eine etwas merkwürdige Pressemitteilung des britischen Unternehmens.
Aber auch die (deutschsprachige) Website erinnert eher an eine maschinelle Google-Übersetzung als an eine seriöse Firma. Da bietet man "Journalistens" Informationen an (etwa mit der Überschrift "Diskeeper Corporation Europe bleibt mit einer neuen gefälligeren Website in vorderster Linie des Marktes"), spricht von Lösungen für den "Oftenlichen Sektor" oder von "Wissenswertes über unser Uternehmen". Zum Beispiel: "Die Diskeeper Corporation hat sich zum Ziel gesetzt, die Festplattenfragmentierung gründlicher zu beseitigen als je zuvor".
Und um Festplattenfragmentierung geht es auch in der von golem.de aufgespiessten aktuellen Pressemitteilung. Dort ist zum Beispiel diese interessante Warnung zu finden: "Wenn Sie aber einen Windows-Rechner haben, lauert darin ein verstecktes Problem, das schließlich zur Verstümmelung und zum Tod Ihres Systems führen wird." Gemeint ist das Problem der Fragmentierung, wenn Dateien auf der Festplatte verteilt und nicht an einem Stück gespeichert werden.
Das kann schon mal zu Performanceverlusten führen und deshalb gibt es auch diverse Defragmentierungstools. "Doch eine Fragmentierung marketingträchtig als gar garstigen Computerkrebs zu bezeichnen, der im Rechner um sich greift, mutet dann für einen Defragmentierungssoftware-Anbieter doch eher etwas übertrieben an", stellt golem.de fest.
In der Tat. Bei der hartgesottenen boulevard-Presse in Großbritannien mögen solche Horrorstories vielleicht ziehen. Aber so etwas unter der Überschrift "Für technische Redakteure" an Fachjournalisten in Deutschland zu versenden, ist schon dreist. Oder handelt es sich etwa um gezielten Einsatz von viralem Marketing? Unter der Devise: Hauptsache es spricht jemand über uns.