Der Konsolidierungsprozess bei den ICT-Dienstleistern schreitet voran

BlogPicture

Gastkommentar von Lothar Eschbach*Thyssen-Krupp, Westdeutsche Landesbank, Gerling, und jetzt VW und Siemens – die Liste der Konzerne, die sich von ihren internen ICT-Dienstleistern getrennt haben oder sie möglichst rasch verkaufen möchten, wird immer länger. Offensichtlich ist das Geschäftsmodell, mit ICT-Dienstleistungen – in der Regel mit der eigenen IT-abteilung – am externen Markt Geld zu verdienen, in vielen Fällen nicht aufgegangen. Die Anforderungen aus dem Kerngeschäft der Muttergesellschaften, ein halbherziges Engagement in der IT Serviceindustrie und die häufig nicht ausreichende Professionalität zählen zu den Gründen für die derzeit immer öfter zu beobachtende Trennung von solchen "Randbereichen" des eigentlichen Geschäftsauftrages.

Was ist schief gegangen? Die hohe Anzahl von IT-GmbHs ist eine Besonderheit im deutschsprachigen Raum, die in anderen Ländern in diesem Umfang nicht existiert. Als Folge davon gibt es auf dem freien Markt für die Vielzahl von ICT-Services-Anbietern in unterschiedlichen Branchen mit überwiegend ähnlichem Portfolio nicht genügend Kunden. Abgesehen von den häufig nicht ausgeprägten vertrieblichen Strukturen sowie der fehlenden Kundenorientierung. Eine Konsolidierung ist deshalb unausweichlich. Hinzu kommen die berechtigte Forderungen der Kunden an der Teilhabe der Industrialisierung der ICT-Services mit den entsprechenden Kostenvorteilen und eine Professionalisierung der Leistungen. ICT-Services sind heute zum Business-Enabler geworden und müssen dementsprechend umgesetzt werden.

Anbieter, die sich auf spezielle Marktsegmente fokussieren und dadurch Know-how-Vorteile und Skaleneffekte nutzen können, sind hier klar im Vorteil. Erst recht, wenn es sich um die ICT-Services für global operierende Unternehmen handelt. Ein Dienstleister wird den heutigen Anforderungen erst gerecht, wenn er kundenfokussiert und weltweit hochgradig standardisierte ICT-Services nach gleichen Prozessen und in der gleichen Qualität zu einem vereinbarten Preis liefern kann. Größe an sich und allein, ist dabei in dieser Branche auf Dauer noch kein Erfolgsgarant. Es kommt vielmehr vor allem auf die internationale Beherrschung von Prozessen, die Flexibilität und die Kundenorientierung an. Denn die Geschwindigkeit der Veränderungen nimmt rasant zu und ist die einzige Konstante – dies angemessen zu verarbeiten, will erst einmal beherrscht und geleistet sein.

*Lothar Eschbach (59) ist seit Januar 2004 Geschäftsführer der Getronics (Deutschland) GmbH. "ber 35 Jahre verbinden ihn mit der Informations- und Kommunikationstechnologie-Branche, mit umfassenden Kenntnissen im Bereich ICT-Services, Consultancy und Software-Business. Aufgrund seiner verschiedenen Management-Positionen in den größten Organisationen dieser Branche in Deutschland (u.a. EDS, Siemens Business Services, T-Systems), verfügt er über exzellente Geschäftserfahrung und ein entsprechendes Industrie-Netzwerk.


Posted on Sonntag, Dezember 18th, 2005 at 23:12 and is filed under Gastkommentare. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site.

Leave a Reply

Impressum