Das Internet und die Finanzkrise: Zwischen Hoffen und Bangen
abgelegt im Archiv Finanzkrise am 05.12.08

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Jeden Tag lassen sich zahlreiche Nachrichten im Internet finden, die sich alle mit einer Frage beschäftigen:
Welchen Einfluss wird die Finanzkrise auf das Web 2.0 und das Internet haben?!
Die Fragen sind sicher nicht ganz unberechtigt und vielfach auch verständlich. Die gefundenen Antworten sind allerdings zum Teil sehr erstaunlich. Wirkliche Fakten sind noch sehr rar und wage und dennoch trauen sich viele Autoren schon eine Prognose abzugeben. Dabei trennen sich Optimisten, Realisten und Pessimisten doch recht deutlich voneinander.
Ulf Theis ist eher ein Pessimist, hatte er doch schon im Sommer 2007 die Frage gestellt, wann es denn nun soweit sei, dass die Web-2.0-Blase platzt. Jetzt hatte er natürlich allen Grund diese Frage wieder aufzugreifen. Am Beispiel des Live-Shopping-Portals Schutzgeld will Theis verdeutlichen, dass die Finanzkrise jeden betrifft und es auch innovative Startups erwischen kann. Die Aussage von Schutzgeld dagegen lautet:
"Nach nun über 2 Jahren müssen wir aber feststellen, dass dieses Konzept trotz der Aufmerksamkeit der Presse auf die Dauer immer langweiliger wird."
Das klingt jetzt nicht so richtig nach einem Einfluss der Finanzkrise, sondern eher nach einem Gesetz des Marktes: Der Kunde entscheidet was ihm gefällt.
Christina Cassala hat für deutsche-startups.de Gründer zur Finanzsituation und mögliche Konsequenzen befragt. Grundtenor bei den Befragten: Wer jetzt noch Kapital benötigt wird es schwer haben Investoren zu finden. Die eigene Position sehen sie aber nicht akut gefährdet.
Diese Sicht erscheint mir eher realistisch, wobei es stark von den einzelnen Startups abhängt. Die guten Ideen werden sich durchsetzen und die weniger guten werden verschwinden. So reguliert sich ein realistischer Markt dann von ganz alleine. In den vergangenen Jahren war der Markt eher von einer Euphoriewelle getragen, die so manches Startup mitgenommen hat, dass heute keine Chance mehr hätte.
Den optimistischen Part übernimmt die Online-Ausgabe der WirtschaftsWoche. Eine Umfrage unter 151 Startups hat zwar ergeben, dass 70 Prozent der Gründer daran glauben, dass es schwieriger wird Kapitalgeber zu finden, aber nur 10 Prozent glauben selbst davon betroffen zu sein.
Fazit:
So lange es keine verlässlichen Zahlen gibt, werden Prognosen nicht weiterhelfen. Sie verkommen schnell zur Darstellung der eigenen Grundeinstellung: Wer schon Mitte 2007 das Ende prophezeit hat, der wird sich in seinem Pessimismus bestätigt sehen.
Man könnte auch mal Sergey Brin und Larry Page fragen, was sie von Gründungen in Krisenzeiten halten.

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Tags: Finanzkrise Startups Gründer Kapital
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Wong
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