Das Ende der Update-Albträume

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Gastkommentar von Lothar Eschbach*

Selbst in kleineren Unternehmen ist heute oft die Vielfalt an Microsoft-Betriebsystemen auf den Arbeitsplatzrechnern kaum noch überschaubar: Windows 95, 98, ME, NT 4.0, 2000, XP und das noch in verschiedenen Editionen und mit unterschiedlichen Servicepacks. Im Laufe der Zeit sind immer neue Desktops dazugekommen und auf ein Upgrade der älteren Computer wurde meist verzichtet. Und nun?

Eine Studie des Beratungsunternehmens Gartner brachte es vor einiger Zeit an den Tag: Ein aktuelles betriebssystem auf den Arbeitsplatzrechnern eines Unternehmens bietet zahlreiche Vorteile – von niedrigeren Gesamtkosten (Total Costs of Ownership) bis hin zu einer besseren Integration in die bestehende IT-Landschaft, eine effizientere Zusammenarbeit und bessere Verfügbarkeit. Doch trotzdem herrscht in vielen Firmen mit verschiedenen Windows-Versionen ein Wildwuchs.

Der notwendige Wechsel auf ein aktuelles Betriebssystem bindet häufig interne Ressourcen, schränkt die Mitarbeiterproduktivität zeitweise ein und verursacht zunächst zusätzliche Kosten – so die Erkenntnisse von Gartner. Und genau deshalb verzögern viele Unternehmen nach den Erkenntnissen der Analysten das regelmäßige Upgrade ihrer Arbeitsplatzrechner. So lange, bis schließlich massive Sicherheitslücken oder Support-Probleme auftauchen, die wiederum oft nur mit viel Zeit und Geld behoben werden können.

Angst vor unkalkulierbaren RisikenDoch unkalkulierbare Risiken bei der Umstellung und hohe Migrationskosten müssen nicht sein. Mit Hilfe einer automatisierten Desktop-Migration, wie sie von Getronics gemeinsam mit Microsoft entwickelt wurde, ist der Wechsel ohne Störungen des Arbeitsablaufs "quasi über Nacht" möglich. Ein weiterer Vorteil: Das Upgrade auf die jeweils neueste Microsoft Windows-Plattform kann unter Beibehaltung sämtlicher Daten und individueller Konfigurationen des entsprechenden Gerätes erfolgen.

Und das wiederum bedeutet, dass weniger Implementierungstechniker und teure Projektmanager benötigt werden. Dadurch können die Gesamtkosten eines Migrationsprojektes weitaus niedriger veranschlagt werden, als bei den herkömmlichen "Management by Turnschuh"-Methoden. Denn häufig sind hier die Systemspezialisten in den Abteilungen und Niederlassungen unterwegs und spielen die neuen Programme manuell auf.

Kosteneinsparung zwischen 30 und 60 Prozent

Die ersten Projekte mit der automatisierten Lösung zeigen, dass tatsächlich – je nach Lohnniveau in dem entsprechenden Land – zwischen 30 und 60 Prozent der bisher üblichen Arbeitskosten eingespart werden können. So hat etwa das Unternehmen Votorantim Celulose e Papel (VCP), das mit vier Produktionsstandorten zu den größten Papier- und Zellstofffabriken Brasiliens zählt, in wenigen Wochen insgesamt 2.200 Workstations von diversen älteren Windows-Versionen auf Windows XP und Microsoft Office 2003 migriert.

Zudem wurde auch rund die Hälfte der Festplatten und Speicherkomponenten ausgetauscht. Pro Nacht fand die automatisierte Umstellung von etwa 80 Computern in den Büros und 60 Rechnern in den Produktionsanlagen statt und am nächsten Morgen konnten die Anwender dort ohne Unterbrechung weiterarbeiten – sämtliche Einstellungen, Applikationen und Daten standen sofort wie gewohnt zur Verfügung.

Bei der Entwicklung dieser automatisierten Lösung für die Desktop-Migration wurden ganz bewusst die Erfahrungen aus der industriellen Revolution des 19. Jahrhunderts zu Grunde gelegt. Der wichtigste Punkt: Erhöhte Produktivität erreicht man nicht dadurch, dass man dieselben Dinge nur schneller abwickelt – im Gegenteil. Durchbrüche wurden immer dann erzielt, wenn es gelang, Schlüsselprozesse erfolgreich zu automatisieren.

Und was im 19. Jahrhundert für die ersten Industrieanlagen galt, dass gilt heute genauso für die Informations- und Kommunikationstechnologie. Spätestens wenn Microsoft demnächst sein neues Betriebssystem Vista auf den Markt bringt, wird dieses Thema für viele Unternehmen wieder aktuell. Der Satz "Never change a running system", an den sich viele Systemadministratoren gerne klammern, sollte dann ausgedient haben.

*Lothar Eschbach (59) ist seit Januar 2004 Geschäftsführer der Getronics (Deutschland) GmbH. "ber 35 Jahre verbinden ihn mit der Informations- und Kommunikationstechnologie-Branche, mit umfassenden Kenntnissen im Bereich ICT-Services, Consultancy und Software-Business. Aufgrund seiner verschiedenen Management-Positionen in den größten Organisationen dieser Branche in Deutschland (u.a. EDS, Siemens Business Services, T-Systems), verfügt er über exzellente Geschäftserfahrung und ein entsprechendes Industrie-Netzwerk.


Posted on Sonntag, März 5th, 2006 at 11:18 and is filed under Gastkommentare. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site.

One Response to “Das Ende der Update-Albträume”

  1. Offener Wiederstand sagt:

    Automatisierte Desktop-Migration? Klasse das z.B. Schweizer Telefonkonzerne Millionen für die Migration mit Eigenlösungen von “gerad´ mal” 2000 auf XP ausgeben. Weil´s ja so schön “automatisch” geht. LOL!

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