Craigslist auf deutsch: Bleiwüste mit Kultcharakter?

Craigslist auf deutsch: Bleiwüste mit Kultcharakter?
© tastybit

"Bleiwüste" hat man früher – als die Texte in den Zeitungen noch mit Lettern aus blei gesetzt wurden – die reinen Textseiten ohne Bilder in den Gazetten genannt. Im digitalen Zeitalter gibt es etwas Ähnliches: Craigslist – ein äußerst erfolgreicher Kleinanzeigenservice aus den USA, sehr spartanisch gestaltet und ohne jedweden grafischen Schnickschnack. Bewusst auf unkommerziell getrimmt und für die meisten Kleinanzeigen kostenlos. Allerdings ist eBay zu einem Viertel an dem Unternehmen beteiligt.

Seit ein paar Tagen gibt es nun Craigslist für Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Hannover, Köln, München und Stuttgart mit einer deutschsprachigen Nutzerführung. Weitere Städte können vorgeschlagen werden. Ein erster Test für Düsseldorf zeigt allerdings meist leere Rubriken. Das Einstellen von Kleinanzeigen ist einigermaßen komfortabel, nach 15 Minuten stehen die Texte online.

Vorsicht ist allerdings mit der Meldefunktion geboten. Damit können die Community-Mitglieder "unangemessene" Anzeigen melden, die auch prompt entfernt werden. Da gibt es dann diese nette Mail: "Ihr Beitrag wurde zum Löschen markiert. Etwa 98 % der entfernten Beiträge verstoßen gegen die craigslist-Beitragsrichtlinien. Achten Sie bitte darauf, sämtliche veröffentlichten Website-Regeln zu befolgen, einschließlich unserer Nutzungsbedingungen. … Wenn Ihr Beitrag fälschlicherweise markiert wurde (trifft in 2 % der Fälle zu), nehmen Sie bitte unsere Entschuldigung an und lassen Sie sich nicht vom erneuten Veröffentlichen abhalten. Entschuldigen Sie das Theater – danke für Ihr Verständnis."

Nette Lokalisierung des Löschtextes. Weltweit scheint das Modell von Craigslist prima zu funktionieren. Über 450 Städte in 50 Ländern sind mittlerweile vertreten und 9 Milliarden Pageimpressions pro Monat von rund 30 Millionen eingetragenen Nutzern machen den Dienst zu einer der Websites mit der weltweit größten Reichweite. Die einzige Einnahmequelle sind die kostenpflichtigen Job- und Wohnungsangebote, auf nervige Werbebanner wird verzichtet. Ob sich der Dienst in Deutschland auch durchsetzen kann, muss sich erst noch zeigen. Noch fehlt die kritische Masse. Doch das kann ja werden.


Posted on Freitag, März 28th, 2008 at 13:32 and is filed under Web 2.0. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site.

2 Responses to “Craigslist auf deutsch: Bleiwüste mit Kultcharakter?”

  1. Die Anzeigen sagt:

    Mit Kleinanzeigen können Sie Ihr eigene Internetseite in den meisten Fällen kostenfrei vermarkten. Durch diese Einträge bekommen Sie je nach Aufwand mehrere hundert Besucher auf Ihre Site. http://www.dieanzeigen.de Bei diesen Kleinanzeigenportalen kann sozusagen Promotion gemacht werden um mehr Bersucher auf die Seite zu bekommen.

  2. Die Anzeigen sagt:

    Mit Kleinanzeigen können Sie Ihr eigene Internetseite in den meisten Fällen kostenfrei vermarkten. Durch diese Einträge bekommen Sie je nach Aufwand mehrere hundert Besucher auf Ihre Site. dieanzeigen.de Bei diesen Kleinanzeigenportalen kann sozusagen Promotion gemacht werden um mehr Bersucher auf die Seite zu bekommen.

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