CIO – IUK .im Namen steckt das Detail

Manchmal bringen mich die Fragen meiner Mitmenschen erst auf eine Idee. Wie in diesem Fall "CIO was ist das?".
Nun die Erklärung der Abkürzung ist ja schnell geliefert – doch was macht ein "Chief information officer"? Wikipedia erklärt da schon einiges mehr.
Zunächst heißt es dort:
"Eine allgemein gültige Definition des Rollenprofils "Chief Information Officer" gibt es nicht."
Der folgende Satz erklärt dann aber doch worum es in der Hauptsache geht:
"Ein CIO ist insbesondere für das Management der drei IT-Aufgabenbereiche "Business and IT-Vision" (Planung), "Design of IT-Architecture" (Technologieauswahl) und "Delivery of IT-Services" (Betrieb) verantwortlich."
Damit wird deutlich, dass ein CIO sowohl operativ als auch strategisch arbeiten soll. Was banal klingt, ist beim näheren Hinsehen schon ein ordentlicher Spagat. Klar wird, dass dies doch in erster Linie eine Führungsaufgabe ist. Getreu dem Motto: "Wer selber arbeitet verliert den Überblick"
Soweit zur Definition. Leider, das zeigt die Praxis, wird das Thema IT-Management in der Realität oft anders gehandhabt. Es geht damit los, dass ein EDV-Leiter oder vielleicht IT-Leiter allein von der Bezeichnung irgendwo darunter angesiedelt ist. Das wird die Fachabteilung (wenn vorhanden) geleitet aber keine Aufgabe im Unternehmensmanagement wahrgenommen. Besser hört sich da schon Leiter IuK auf gut Behördendeutsch an. Leiter Informations- und Kommunikationstechnologien – hier wird schon deutlich was die IT/EDV zu leisten hat. Kurzum: IT/EDV hat immer noch den Geschmack einer untergeordneten Unternehmensaufgabe wobei klar sein muss, dass der Trend gegenwärtig in eine ganz andere Richtung geht: der unternehmerische Erfolg ist immer stärker mit datenverarbeitung im weitesten Sinne und den dazu erforderlichen Technologien, Geräten und Menschen verbunden.
Dies muss von oben erkannt und entsprechend umgesetzt werden. So führt Wikipedia weiter aus:
"Ferner muss er Rahmenbedingungen für Werte und Ziele der IT-Funktion im Unternehmen festlegen und eine starke Beziehung zwischen IT- und Geschäftsstrategie aufbauen. Sein Ziel sollte sein, auf eine von der Leitungsebene gemeinsam getragene IT-Strategie hinzuarbeiten."
"Der CIO hat – so zeigt sich empirisch – neben anderen Einflussfaktoren sehr starken Einfluss auf den Grad der Nutzbarmachung der IT im Unternehmen."
Dies funktioniert aber nur, wenn IT/EDV nicht mehr als reine Kostenstelle sondern als Produktionsmittel erkannt wird.
Hoffentlich lesen das auch mal die richtigen Leute in der Chefetage, denn meist wird hierzulande kein CIO sondern ein Edel-Hausmeister besetzt, der dann aber die Folgen von EDV-Fehlentscheidungen zu vertreten hat.
Danke, weiter so