CeBIT Tag 2: Auf der Suche nach der grünen IT
Auch wenn das groß angekündigte "Green IT Village" auf der CeBIT eher eine Enttäuschung ist: Das Thema Ã-kologie und Energieverbrauch durchzieht doch recht stark die gesamte Messe. Diesen Trend machte sich heute auch Greenpeace zu Nutze und stellte auf einer Pressekonferenz die Studie "Searching for Green Electronics" vor.
"Hinter dem strahlenden Hochglanz-Image der IT-Branche verbirgt sich eine traurige Realität", sagte die Koordinatorin der Kampagne für Green Electronics bei Greenpeace International, Zeina Al Hajj. Von 75 Prozent der Geräte in der EU wisse man nicht, wo sie enden. Greenpeace vermutet, dass ein großer Teil davon nach China, Indien, Thailand oder in andere Entwicklungsländer geht und dort unter extrem umweltfeindlichen und unsozialen Bedingungen ausgeschlachtet wird.
In ihrer Studie nahmen die Umweltschützer 37 Computer, Handys und PDAs von 14 verschiedenen Unternehmen unter die Lupe. Kriterien waren dabei u.a. Energieverbrauch, Lebensdauer und die Verwendung umweltschädlicher Materialien. Kein einziges Gerät hat im Test wirklich die 10 möglichen Bewertungspunkte erreicht. Das Notebook Sony Vaio TZ11, das Mobiltelefon Sony Ericsson T650i und der PDA P1i von Sony Ericsson schneiden dabei am Besten ab. Die Sony Ericsson- bzw. Sony-Geräte enthalten weniger Schwermetalle, bromierte Flammschutzmittel und PVC als die Konkurrenzprodukte. Dell liegt dagegen bei der Energieeffizienz vorne.
Dagegen hat Toshiba beim Ersatz von Umweltgiften erheblichen Nachholbedarf. Eine Reihe von Herstellern, darunter acer, Apple, Asus, Creative, Microsoft, Nintendo, Palm und Sharp, wollten an der Untersuchung allerdings gar nicht erst teilnehmen. "Green-IT ist mehr als nur sparsame Geräte. Die Hersteller müssen sich den gesamten Lebensweg ihrer Produkte vornehmen: vom Abbau der Rohstoffe über die Produktion bis hin zur Wiederverwertung der Altgeräte", so Greenpeace. Mehr Infos gibt es im CeBIT-Blog der Umweltorganisation.