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Freistil
von wolfgang am 17.07.07

Was ist bei einem Blog-Beitrag zu beachten?
Wie sollte ein Beitrag aussehen, den ich gerne lesen möchte? Sich diese Frage bei jedem Posting zu stellen, hilft sehr. Denn will ich tatsächlich seitenlange Elaborate lesen, langweiliges Geschwafel oder einen Text, der nicht auf den Punkt kommt? Wo es doch unzählige andere Konkurrenzangebote im Web gibt. Die Antwort lautet vermutlich: Nein. Und online will ich das noch viel weniger, als auf Papier. Wichtig für die Lesbarkeit sind Überschrift, Einstieg, Länge und möglichst wenige Schreib- oder Grammatikfehler.
Ü wie Überschrift:
Schön zum Spielen für Sprachbegabte. Wer so genial ist, wie die Headline-Redakteure der Bildzeitung, kann damit in die Annalen des Bloggens eingehen. Nur wäre die URL www.wirsindpapst.de, bevor sie von dem Boulevardblatt als Schlagzeile bekanntgemacht wurde, jemals von Google gefunden worden? Bestimmt nicht.
Für die normalsterblichen Blogger gilt: Reiz- und Suchworte in die Überschrift packen, denn daraus wird die URL des Blogbeitrags generiert. Und die taucht dann bei Google meist weit oben auf, wenn jemand nach diesen Worten sucht.
Nun ist aber eine suchmaschinenoptimierte Überschrift meist nicht besonders spannend und lesefreundlich. Der Zweck der Headline ist es aber, die Leser zu packen und in den Text hineinzuziehen. Eine schwierige Aufgabe, beide Ansprüche gleichermassen gut zu erfüllen. Aber was hindert mich daran, neben der Überschrift für die URL noch eine zweite Überschrift/Unterzeile zu Beginn des Postings zu bauen?
Einstieg ein Erdbeben:
In der Journalistenausbildung ist das ein Standardspruch, den jeder Volontär bestimmt zigmal zu hören bekommt: Eine Meldung fängt mit einem Erdbeben an und dann wird es richtig schlimm. Wer jemals Nachrichten und Meldungen texten musste, hat gelernt, diesen Satz zu hassen. Denn er klingt einfach, hat aber große Tücken. Die zentrale Regel: Das Wichtigste zuerst und kompromisslos an den Anfang.
Das heißt, keine langen Einleitungen, Hauptteil und Schluss. Bis dahin liest niemand mehr. Wer es nicht schafft, den Leser in drei Sätzen zu interessieren, der wird es auch in 30 nicht schaffen. Die Vision heißt: Kommen wir auf den Punkt: Und zwar schnell.
Natürlich muss nicht jeder Blogbeitrag den Spielregeln einer journalistischen Meldung entsprechen. Auch verspielte, persönliche Einstiege können gut sein: Wenn sie denn spannend zu lesen sind und mich bei der Stange halten.
Textlänge K und K:
Kurz und knapp heißt die Devise. Natürlich gibt es komplexe Inhalte, die sich einem Posting in fünf Zeilen entziehen. Aber dafür gibt es ja den "Anreißer", der ebenso gut ein "Aufreißer" sein könnte. Oder ein "Cliffhanger".
Also: Spannung aufbauen, den Leser mit wenigen Worten zum Höhepunkt treiben und dann...."Lesen Sie weiter.... auf der nächsten Seite". Da kommt der ausführliche Beitrag für alle die, die neugierig geworden sind.
Auch das ist kein Muss und ist nicht bei jedem Beitrag zu realisieren - aber ein gutes Mittel gegen die Langeweile.
Und wie lang darf ein Blogbeitrag sein? 20, 30, 40, 100 Zeilen? Prinzipiell hat ein Online-Text ja keine Grenzen. Also, solange schreiben, bis mir nichts mehr einfällt? Gegenfrage: Was ist so wichtig, dass ich es auch nach 50 Zeilen noch lesen will?
Wenn es tatsächlich gute Gründe für einen längeren Text gibt, zwei Tipps: Jede Blogsoftware hat die Möglichkeit, Texte zu unterteilen. Dann wird im Blog zunächst nur der erste Teil angezeigt und interessierte Leser können sich mit "Lesen Sie weiter ..." die Fortsetzung anschauen. Oder man lädt ein PDF-Dokument mit dem gesamten Text zu der Kurzfassung mit hoch. Wer an dem Inhalt brennend interessiert ist, druckt sich den Text bestimmt aus und liest ihn auf Papier.
Fehler mit bösen Folgen:
Und noch eine Formalie, die eigentlich selbstverständlich sein sollte. Laut einer Umfrage des Portals Contentmanager.de zu der Frage "Welcher Faktor wirkt sich am negativsten auf die Glaubwürdigkeit einer Website aus?" kristallisierte sich klar der Faktor "Rechtschreib- und Grammatikfehler" (44,94 %) als Hauptmerkmal einer unglaubwürdigen Website heraus. Es folgten "seltene Aktualisierung" (27,53 %) und "anonyme Quellen und Autoren" (12,66 %).
Also: Lieber vor dem Klick auf den Publish-Button genau auf Rechtschreibung und Grammatik achten und später korrigieren, falls in dem Posting noch Fehler auffallen. Das Gute am Bloggen ist ja, dass sich die Texte jederzeit überarbeiten lassen.
Permalink: Blogtipps für Einsteiger
Tags:
Anfänger
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Wong
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