Blogger geben Nachhilfeunterricht für PR-Leute

Dass zu einem Workshop mit dem überaus spannenden Titel "Weblogs: Chancen & Risken für die Unternehmenskommunikation" per Fax eingeladen wird, bringt nicht nur Markus Pirchner zum Schreien und zur ketzerischen Anmerkung: "Es wirkt unerhört professionell und glaubwürdig, eine Veranstaltung zu einem Tech 2.0-Thema mit Tech 0.5-Werkzeugen zu promoten".
Aber vielleicht will man die Zielgruppe "Mitarbeiter im Bereich der Unternehmenskommunikation und aus PR-Agenturen" ja auch nur dort abholen, wo sie heute steht?
Noch erstaunlicher finde ich allerdings, dass auf dieser knapp 600 Euro teuren Veranstaltung mit Rainer sacht-Bartel und Thomas Indiskretion-Knüwer zwei in der blogosphäre nicht gerade unbekannte Experten den Teilnehmern in einem Planspiel zeigen wollen, wie "ein Unternehmen mit kritischen Weblogs umgehen sollte" und wie man "relevante Weblogs überwacht".
Anschauungsunterricht aus erster Hand? Verrat an den Idealen des freien Bloggertums? Oder sammelt Thomas Knüwer nur ganz geschickt neuen Stoff für seine Seifenoper aus der "kleinen PR-Agentur am Rande der Stadt", um die es in letzter Zeit leider etwas still geworden ist?
Da ich selber PR-Berater bin, ist der Titel etwas irreführend
Ich dachte eigentlich, dass die PR-Branche – auf individueller Ebene – wissen müsste, welchen Adressaten sie welche Botschaften mit welchen Kommunikationsmitteln schicken sollte. Noch dazu kommt die Einladung von einer Firma, die Applikationen entwickelt und vertreibt, mit denen man genau solche Jobs abwickeln kann.
Es ist einfach kurios.