BITKOM: Auf dem Weg zum IT-Gipfel

BITKOM: Auf dem Weg zum IT-Gipfel

Auf einer Pressekonferenz zur Vorbereitung des IT-Gipfels der Bundesregierung am 18. Dezember 2006 hat der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) heute die gemeinsam mit der Strategieberatung Roland Berger erarbeitete Studie "Zukunft Digitale Wirtschaft" präsentiert.

Für den Wälzer – so die Initiatoren – habe man mit Hilfe eines Scoring-Modells insgesamt mehr als 300 Technologien untersucht und daraus in einem ersten Schritt 27 Bereiche mit besonders hohem Zukunftspotenzial ermittelt. Darunter finden sich Top-Themen wie Breitband, Verkehrstelematik und RFID-Chips.

Sechs bislang noch zu wenig beachtete Technologien werden in der Studie vertiefend analysiert. Bitkom-Präsident Will Berchtold nannte sie auf der Pressekonferenz die technologischen "Hidden Champions" des Hightech-Sektors. Im Einzelnen geht es um

1. Eingebettete Systeme: Dabei handelt es sich um Hard- oder Software-Komponenten, die in elektronische Geräte integriert werden. Wichtige Einsatzbereiche sind die Unterhaltungselektronik, die Medizintechnik oder der Maschinen- und anlagenbau. Der weltweite Markt für Eingebettete Systeme wird von 138 Milliarden Euro im Jahr 2005 auf rund 194 Milliarden Euro im Jahr 2010 steigen.

2. Biometrie: Automatisierte Verfahren zur Erkennung von Menschen erhöhen die Sicherheit in öffentlichen Räumen. Entscheidend für eine erfolgreiche Biometrie-Industrie sind öffentliche Projekte wie der elektronische Personalausweis.

3. Fernsehen der Zukunft: Internetfernsehen und Mobiles TV werden in wenigen Jahren ein fester Bestandteil der deutschen Medienlandschaft sein. Allein in Deutschland könnten in den kommenden drei Jahren bis zu 3000 IPTV-Sender entstehen. Gefragt ist die Politik beim mobilen Fernsehen. "Die Technologie ist vorhanden, Anbieter und Interessenten stehen in den Startlöchern", sagte Berchtold. Aber seit über einem Jahr verzögert sich die Vergabe der erforderlichen Frequenzen.

4. IT Utility Services: Sie ermöglichen Unternehmen und öffentlichen Verwal-tungen den flexiblen Zugriff auf Rechenleistung, Programme oder Speicherplatz, ohne dafür eigene IT-Kapazitäten aufbauen zu müssen. Der Umsatz wird von 23,5 Milliarden Euro weltweit 2005 auf 106 Milliarden Euro im Jahr 2010 zulegen.

5. Service-orientierte Software-Architekturen (SOA): Diese im gewerblichen Umfeld relevante Software-Technologie wird bis 2010 weltweit ein Marktvolumen von rund 38 Milliarden Euro erreichen. Im Jahr 2005 waren es erst 2 Milliarden Euro. Die Wachstumsraten sind dreistellig, Unternehmen aus Deutschland sind heute bereits ausgezeichnet positioniert.

6. Digitales Rechtemanagement: Es schützt die Urheberrechte an digitalen medialen Inhalten und ermöglicht ihre individuelle Verwertung und Abrechnung. Dieser Markt wird weltweit von rund 500 Millionen Euro in 2005 auf 2 Milliarden Euro im Jahr 2010 wachsen.

In diesen Bereichen können nach Meinung des Bitkom "in den kommenden Jahren ein kräftiges Wachstum und zahlreiche neue Arbeitsplätze" in der deutschen Hightech-Industrie geschaffen werden. Nach den Schätzungen des Verbandes wird sich das weltweite Marktvolumen dieser Zukunftsfelder bis zum Jahr 2010 auf rund 360 Milliarden Euro mehr als verdoppeln. "Die deutsche Hightech-Industrie muss sich auf diese Technologien von morgen konzentrieren und hier eine Spitzenposition auf den Weltmärkten erreichen", sagte Willi Berchtold bei der Präsentation der Studie und drückte seine Hoffnung aus, dass "der IT-Gipfel ein Signal zum Aufbruch in die digitale Wirtschaft sendet".

Da bin ich aber mal gespannt. Ähnliche Initiativen früher sind ja immer mehr oder minder verpufft. Ob es diesmal anders wird?


Posted on Mittwoch, Dezember 13th, 2006 at 16:01 and is filed under Strategie. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site.

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