Bill Gates und Ray Ozzie drängen Microsoft in Richtung Web 2.0

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Das "Wall Street Journal" berichtet über ein internes Microsoft-Memo, das Bill Gates an führende Manager und Entwickler des Unternehmens geschickt hat. Darin verlangt der Firmengründer "Microsoft muss neue Techniken besser adressieren, mit denen künftig im Netz Geld zu verdienen ist. Denn der nächste Gezeitenwechsel rollt auf uns zu".

Hinter diesem appell in Richtung Web 2.0 steckt nach Meinung von Beobachtern der neue Chief Technology Officer (CTO) Ray Ozzie. Der hatte kürzlich in einer Mail an die Mitarbeiter einige Chancen aufgezählt, die Microsoft in letzter Zeit verpasst hat. Firmen wie Google, Salesforce.com oder Skype Technologies seien in diesen Sektoren an dem Software-Weltmarktführer bereits vorbeigezogen.

"Obwohl Microsoft sehr wohl um die Bedeutung der Internet-Suche gewusst hat, konnte Google durch seien Fokussierung eine unglaublich starke Position in diesem Segment erreichen. Die breiten Investitionen von Google in das Netz – auch wenn man noch nicht absehen kann, welche davon einmal Früchte tragen werden – entwickeln sich letztlich zu einer substanziellen Bedrohung für unsere Angebote", warnt Ozzie.

Gleiches gelte für den Bereich Voice over IP. "Obwohl wir diese Technologie beherrschen, war es doch Skype und nicht wir, die VoIP richtig populär gemacht und eine neue Kategorie geschaffen haben", schreibt der Microsoft-CTO. Auch mobiles Messaging habe Microsoft seit langem verstanden, aber "erst jetzt überholen wir den BlackBerry". Und die Office-Suite schließlich verwende zwar wichtige Web-Techniken, aber sie sei "noch nicht die Quelle zentraler Web-Datenformate" wie etwa PDF von Adobe für den Umgang mit elektronischen Dokumenten.

Ray Ozzie, der gerade nach einer längeren Sendepause sein Weblog wieder reaktiviert hat, fordert deshalb von den Microsoft-Entwicklern "die Definition eines neuen Software-Kochbuchs für die Erstellung von Webservices".Diese "Internet-Diensteplattform der nächsten Generation" soll die Innovation sowohl innerhalb wie außerhalb des Unternehmens befördern. Unterstützung findet er beim "Chief Software Architect" Gates. Der vergleicht in seinem Memo die heutige Situation mit zwei früheren Krisen seiner Firma – dem ersten Aufkommen des World Wide Web, das er 1995 in einer Botschaft an die Mitarbeiter als "die Internet-Flutwelle" bezeichnete. Und den Paradigmenwechsel in Richtung Internet-fokussierter Softwareentwicklung, die im Mittelpunkt eines weiteren Gates-Memos aus dem Jahr 2000 stand.

Jetzt betont der Microsoft-Gründer, dass "die kommende Service-Welle sehr durchschlagend sein wird". Microsoft habe hier Wettbewerber, die sich an diesen Ansätzen festbeißen und das Unternehmen herausfordern. "Dennoch ist unsere Chance zu führen, sehr klar", verbreitet Bill Gates Optimismus.


Posted on Mittwoch, November 23rd, 2005 at 02:13 and is filed under Web 2.0. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site.

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