Ausgegoogelt: Nichts mit Bäumepflanzen

Ausgegoogelt: Nichts mit Bäumepflanzen

Ich war ja sowieso skeptisch, was ecocho, die "erste grüne Suchmaschine der Welt", angeht. Aber jetzt scheint ein Erfolg dieser geschäftsidee endgültig in Frage gestellt zu sein.

Denn Google, deren Suchmaschine u.a. auf der Seite zum Einsatz kam, ist abgesprungen. Ecocho – so der Vorwurf aus Mountain View – halte sich nicht an die Vertragsbedingungen des Google-Werbeprogramms AdSense, deshalb habe man dem Projekt die technische Unterstützung entzogen. "Den Richtlinien zufolge dürfen Nutzer nicht dazu aufgefordert werden, auf AdSense-Werbung zu klicken, wogegen angeblich verstoßen worden ist. Dies war bei uns jedoch nicht der Fall", sagt Ecocho-Sprecher Tapio Liller.

Ich kann das nicht beurteilen. Aber klar ist, dass man jetzt nur noch mit Yahoo bei Ecocho "ökologisch" suchen kann. Und da sind die Ergebnisse doch sehr dürftig. "Die Abschaltung der Google-Suche war nicht angekündigt, für uns überraschend und ein Schock" klagen die australischen Plattformbetreiber im Ecocho-Blog, wo heftig über das Google-Vorgehen diskutiert wird. Immerhin 70.000 Besucher hatte die Website nach eigenen Angaben gestern, nach den Italienern stellen die Deutschen dabei erstaunlicherweise das zweitgrößte Kontingent.

"Es ist sehr enttäuschend, wenn man bedenkt, dass wir drauf und dran waren, in unserem ersten Monat eine Million Webseiten-Besuche zu verzeichnen und über 1000 Bäume zu pflanzen", so Firmengründer Tim Macdonald zu der Google-Entscheidung. Seine Idee war es, dass die mit der Suchmaschine erwirtschafteten Werbeeinnahmen von den Betreibern zum Teil in den Kauf von Emissionszertifikaten der offiziellen australischen CO2-Ausgleichsbehörde "Greenhouse Gas Abatement Scheme" (GGAS) investiert werden. Diese pflanzt dann Bäume, die zur Reduktion der Treibhausgase beitragen. Schon 1.000 Suchanfragen würden ausreichen, um die Pflanzung von zwei neuen Bäumen zu finanzieren. Umgerechnet entspricht das laut Angaben von ecocho einer Reduzierung der CO2-Belastung in der Atmosphäre um eine Tonne.


Posted on Mittwoch, April 23rd, 2008 at 10:05 and is filed under Green IT. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site.

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