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Anonym surfen: Eine Illusion - nicht nur für Counterstrike-Spieler

abgelegt im Archiv Freistil am 07.12.06

Anonym surfen: Eine Illusion - nicht nur für Counterstrike-Spieler
Die FAZ nimmt die angeblichen Amoklauf-Drohungen eines Counterstrike-Spielers zum Anlass, sich mit dem Thema "anonym surfen im Internet" zu beschäftigen.

"Dass Spieler dabei anonym unterwegs sind - das ist eine Illusion. Die Polizei kann zurückverfolgen, wer hinter dem Benutzernamen in Wirklichkeit steckt", schreibt das Blatt.

Auch ein fiktiver "Nickname" bei der Anmeldung nütze wenig. Denn dazu werde eine echte E-Mail-Adresse benötigt, mit der die Anmeldung bestätigt werden muss. "Die Polizei kann vom Hersteller die Mail-Adresse verlangen, mit der sich ein Benutzer angemeldet hat - und dann wiederum den Verwalter der E-Mail-Adresse auffordern, die Daten des Nutzers zu übermitteln", schreibt die FAZ.

Die zweite Möglichkeit, einen scheinbar anonymen Surfer zu identifizieren, ist nach Ansicht der FAZ-Autoren die Rückverfolgung der IP-Adresse. Auf Grund dieser "Hausnummer" weise der Counterstrike-Großrechner die Daten der PCs eindeutig zu. Bei einer Internet-Flatrate, bei der 24 Stunden lang mit der gleichen IP-Adresse im Netz gesurft, erfolgt zwar regelmässig eine Unterbrechung der Verbindung und die Vergabe einer neuen Adresse. "Somit wechselt jeder Internetnutzer täglich die Netz-Identität. Doch Provider wie T-Online oder Arcor können jeder gespeicherten IP-Adresse einen Kunden zuweisen. Wenn die Polizei nun einen verdächtigten Spieler mit seiner IP-Adresse ermittelt, kann sie über den Provider an die Kundendaten gelangen", schreibt die FAZ.

Die Zeitung zitiert den Sprecher des Baden-Württembergischen Landeskriminalamtes (LKA), der sagt: "Die IP-Adresse ist für die Polizei oft die einzige Möglichkeit, um nach Personen zu suchen, die im Internet Hinweise auf mögliche Straftaten angekündigt haben". Der Weg von der IP-Adresse führe in der Regel zu einem Provider, der Namen, Adressen und eventuell auch Finanzdaten wie Bankverbindungen speichert. Im Zuge von Ermittlungen könnten diese dann mit der IP-Adresse verglichen werden.

Weitaus schwieriger stellt sich der Fall für die Polizei jedoch dar, wenn sich der Unbekannte in einem Internet-Café eingewählt hat. Denn dort bleibt die digitale Anonymität gewahrt. Eine weitere Möglichkeit sind Anonymisierungstools, mit deren Hilfe die IP-Adresse verschleiert werden kann.

Der FAZ-Artikel ist nicht nur für Counterstrike-Spieler, denen nach dem Willen des bayrischen CSU-Innenministers Beckstein künftig vielleicht Knast droht, eine interessante Lektüre. Denn man hinterlässt bei Surfen im Netz mehr Spuren, als man vielleicht denkt.

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Tags: Conterstrike,  anonym+surfen,  Spuren+im+Netz 

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