Amoklauf in Emsdetten: Spuren von ResistantX werden gelöscht

Amoklauf in Emsdetten: Spuren von ResistantX werden gelöscht

Manchmal wird aus dem Spaß sehr schnell blutiger Ernst: Während etliche Blogs sich mit der Googlability von "Reiner Fakeman" beschäftigen, wird seit einigen Stunden verstärkt nach den digitalen Spuren von ResistantX gesucht.

Denn das war das Pseudonym des 18-jährigen Sebastian B., der gestern in Emsdetten bei einem amoklauf in der Realschule 37 Menschen zum Teil schwer verletzte und sich anschließend selbst umbrachte. ResistantX lebte in der virtuellen Web2.0-Welt, hatte ein Weblog (www.stay-different.de) und eine LifeJournal-Seite, postete bei YouTube und MyVideo, schrieb in Foren wie www.chemikalien.de oder DooM2. Dabei hinterließ er jede Menge Spuren. Googlen nach "ResistantX" bringt etliches davon zu Tage.

Sehr merkwürdig ist nun aber dies: "Diese Webseiten verschwinden mit atemberaubender Geschwindigkeit und Foren, in denen der Amokläufer geposted hat, werden deaktiviert", hat gulli.de beobachtet. Sogar diverse Mirror-Seiten von www.stay-different.de wurden inzwischen gelöscht.

Wer hinter dieser Aktion steckt, ist unklar. Versucht man allerdings, das Weblog aufzurufen, wird man aufgefordert, den Usernamen und Passwort für "Polizei NRW" einzugeben. "Die Zensierer sollten sich fragen, ob sie die Statements eines Jugendlichen, dessen Anliegen im Internet offensichtlichst darin bestand, gehört zu werden, ins Datennirvana schicken wollen. Und ob sie sich zu Handlangern von Akteuren machen lassen, deren Hauptinteresse offenbar in einer öffentlichen Diskussion besteht, die von Fakten und Originalquellen möglichst wenig belastet wird", fragt gulli.de.

"sprachlos.. traurig… ratlos", reagiert Robert Basic auf den Amoklauf. Es gibt viele Fragen und nur wenige Antworten. Das Verbot so genannter "Killerspiele", das in der Politik gerade wieder aufflammt, ist jedoch sicher nicht die Lösung.


Posted on Dienstag, November 21st, 2006 at 17:26 and is filed under Web 2.0. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site.

2 Responses to “Amoklauf in Emsdetten: Spuren von ResistantX werden gelöscht”

  1. S.A.A.R.T. sagt:

    Ich finde, dass es weit genug ist in unserem Land und endlich mal offen darüber diskutiert wird.

    Mit S.A.A.R.T. hat er ja nicht unrecht und von Zensur um alles verschwinden zu lassen halt ich auch nicht viel.

    Ich habe jetzt einiges über ihn gelesen an Posts von ihm und auch Videos von ihm gesehen. Der Junge macht einen vernünftigen Eindruck. Die Spiele waren nicht Schuld daran, dass er durchgedreht ist. Das liegt tiefer bei ihm.

  2. akreso sagt:

    Mal wieder wird alles auf diese Videospiele geschoben, was ich nicht verstehen kann. Den jeder kann sich ein bild machen, zwar sagen die Medien nicht immer die komplette wahrheit. Aber wer ein bisschen im Internet sich schlau macht weiß was sache ist.

    Mehr dazu im Forum von http://www.ResistantX.de

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