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Adobe/Macromedia: Kampfansage an Microsoft
abgelegt im Archiv Software News von wolfgang am 21.10.05
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"Ihr habt es bisher nicht geschafft und ihr werdet es auch in Zukunft nicht schaffen". Stephen Elop, Noch-CEO des amerikanischen Softwareherstellers Macromedia und künftiger Leiter des operativen Geschäfts von Adobe, richtete klare Worte in Richtung Microsoft. Vor 3000 jubelnden Zuhörern auf der Macromedia-Entwicklerkonferenz MAX 2005, die in dieser Woche im kalifornischen Anaheim stattfindet, erklärte er am Montag dem Softwaregiganten aus Redmond den Krieg. Der hatte kürzlich eine unter dem Namen "Microsoft Expression" zusammengefasste Konkurrenz zu den Macromedia-Flagschiffen Flash und Dreamweaver angekündigt.

Vor allem der bevorstehende Zusammenschluss von Macromedia und Adobe soll den notwendigen finanziellen Rückhalt bieten, um die Microsoft-Attacke abwehren zu können. Nachdem das US-Justizministerium dem Deal ohne Auflagen zugestimmt hat, hängt die endgültige "bernahme nun noch vom Plazet einiger europäischer Kartellbehörden ab. "In einigen Wochen werden wir die Transaktion abgeschlossen haben", verkündete Adobe-CEO Bruce Chizen in Anaheim. Als künftig gemeinsames Unternehmen würden Adobe und Macromedia "großartige Produkte in einer Zeit des Umbruchs in der Softwareindustrie" entwickeln. Mit einer einzigartigen Plattform für den Umgang mit Informationen - ob im Web, in gedruckter Form oder auf mobilen Endgeräten - wolle man sich für die Zukunft rüsten und einen integrierten Workflow für die Anwender der Macromedia- und Adobe-Produkte schaffen

Neben der Weiterentwicklung des Flash Players, der heute mit weltweit über 600 Millionen Installationen auf Desktop-Rechnern und mobilen Endgeräten das Browser-Plug-In mit der größten Verbreitung ist und plattformübergreifend über 98 Prozent aller Internet-Rechner erreicht, kündigte Macromedia auf der MAX auch einen "Universal Client" an. Unter dem Codenamen "Apollo" soll er Flash- und HTML-Inhalte darstellen können und auch unabhängig vom Webbrowser laufen. Dazu wird er über Funktionen wie Datensynchronisation, Off- und Online-Nutzungsmöglichkeiten und nahtlose Integration in den Desktop verfügen. Und auch über die Einbindung des Acrobat-Readers von Adobe wird wohl bereits nachgedacht. Bruce Chizen sprach in Anaheim sogar schon vom "Flash Reader".

Dieser Artikel stammt aus der Feder von Creative Reporter Wolfgang Mueller. Wolfgang Müller ist freier Fachjournalist in Wuppertal. Er schreibt u.a. für Publikationen wie Handelsblatt, VDI-Nachrichten, profits oder Financial Times Deutschland und ist Autor mehrerer Bücher. Sein Schwerpunkt liegt in den Bereichen Telekommunikation und IT.



Permalink: Adobe/Macromedia: Kampfansage an Microsoft
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