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2. April 2007: Todestag für DRM-Kopierschutz?

abgelegt im Archiv Freistil am 03.04.07

2. April 2007: Todestag für DRM-Kopierschutz?
Der 1. April ist ja nun schon vorbei und die heutige Pressekonferenz von Apple und EMI (hier die Slides, der Podcast zum Download und der Tonmitschnitt) in London war real. EMI-Chef Eric Nicoli und Apple-boss Steve Jobs verkündeten dort, dass der Musikkonzern (Stars wie Robbie Williams, die Rolling Stones oder Pink Floyd sind dort z.B. unter Vertrag) künftig alle seine Titel im Web auch ohne Kopierschutz verkaufen will.




Der vor Kurzem noch undenkbar erscheinende Verzicht auf das DRM (Digital Rights Management) wird damit begründet, dass man "den Verbrauchern das bestmögliche digitale Musik-Erlebnis bieten" möchte (Nicoli). Der iTunes Store von Apple wird die erste Plattform sein, auf der das neue Angebot verfügbar ist. Mit dem Format ohne Kopierschutz sollen die Musikstücke ztwar eine deutlich bessere Klang-Qualität besitzen, dafür aber statt den bisher üblichen 99 Cent auch 1,29 Dollar kosten.

Steve Jobs erwartet, dass bis Jahresende die Hälfte aller Songs in iTunes ohne Kopierschutz angeboten werden: "Unsere Kunden werden das lieben." Der Apple-Chef hatte im Februar die Verantwortlichen der Musikindustrie in einem offenen Brief aufgefordert, auf einen Kopierschutz generell zu verzichten. "Die gängigen Systeme verhindern ohnehin nicht, dass Musik illegal kopiert wird", hieß es darin.

Allerdings haben sich die Plattenkonzerne mit DRM auch ein Eigentor geschossen. Da die verschiedenen Kopierschutzsysteme dafür sorgen, dass die Kunden ihre gekauften Songs nicht einfach auf allen Playern nutzen können, wird das Geschäft mit der Online-Musik - so die Befürchtung der Musikindustrie - insgesamt ausgebremst.

In Deutschland wird die Zahl der Musikdownloads - so eine Prognose des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) - in diesem Jahr von 26 Millionen 2006 auf 33 Millionen Einzelsongs und Alben steigen und damit eine neue Rekordmarke erreichen. Die Umsätze sollen auf 60 Millionen Euro wachsen. "Verzichten die Plattenlabels künftig tatsächlich auf einen Kopierschutz, so läutet das Jahr 2007 einen grundlegenden Richtungswechsel beim Online-Vertrieb von Musik ein", ist BITKOM-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder überzeugt. Denn derzeit liege der Anteil der MP3-Dateien am gesamten Musikmarkt erst im einstelligen Prozentbereich.

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Tags: DRM  Kopierschutz  Apple  EMI  Digital+Rights+Management 

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